Autohypnose
0. Autohypnose - Warum?
Je entwickelter der Magier in
seinem Bemühen ist, desto mehr stört die physische Enge, desto
intensiver wird der Wunsch, aus dem Körper herauszutreten, das
materielle Gefängnis zu fliehen. Mehr und mehr bewegt er sich in
Kontinuen, die mit den fünf Sinnen nicht mehr wahrgenommen
werden können. Die Qualität seiner Arbeit erfordert ein
Angleichen an geistige Welten.
In der Beherrschung der Technik der Autohypnose besitzen wir ein
vortreffliches Mittel, um auch im Zustand äußerster Versenkung
Entscheidungen zu treffen und handlungsfähig zu bleiben. Wir
gleiten nicht ab in dumpfe Trance, unserer Handlungsfähigkeit
beraubt, sondern sind Herr unserer Sinne, Gedanken und Taten.
Freilich, die Entscheidungen, die wir im tranceähnlichen Zustand
treffen werden, die magischen Aktionen, die wir durchführen,
haben wir vorher festgelegt und auf einem "Befehlszettel"
fixiert. Im tiefsten Zustand der Autohypnose sind wir in der
Lage, nach diesen vorher festgelegten Anweisungen zu handeln.
Die äußerst angenehmen Begleiterscheinungen der Autohypnose mit
all ihren therapeutischen Möglichkeiten nehmen wir gerne mit.
1. Vorbereitung
Es gibt mehrere Techniken, um in einen
Trancezustand zu gelangen.
Unter dieser Anleitung stellen wir Ihnen eine von
Raimond
Morren erstellte Variante vor, die einer der informativsten
Internetseiten über Hypnose und Selbsthypnose entliehen wurde:
www.selbsthypnose.at.
Wenn das Beeinflussen der Körperfunktionen mit dieser Anleitung gelingt, können
Sie sicher sein, bereits einen mittleren Trance-Zustand erreicht zu haben, der
für die erfolgreiche Selbsthypnose vollkommen ausreichend ist.
Der Zustand, den Sie bei der Selbsthypnose
erreichen, ist lediglich eine tiefe Entspannung, weshalb die Selbsthypnose
normalerweise völlig ungefährlich und unschädlich ist.
Jeder Mensch entspannt sich z. B. abends im Bett zum Einschlafen und während des
Schlafes. Der Zustand der Selbsthypnose ist hiermit vergleichbar.
Besonders bei Personen mit niedrigem Blutdruck
kann es jedoch gelegentlich zu leichtem Schwindel, Kopfschmerzen oder Müdigkeit
nach der Selbsthypnose kommen. Wer hiervon betroffen ist, sollte die
Selbsthypnose möglichst langsam beenden und entsprechende Suggestionen zur
Stabilisierung des Blutdrucks vor bzw. während der Rücknahme einbauen.
Sollten Sie nach der Selbsthypnose unter den genannten Symptomen leiden,
versuchen Sie sich zunächst noch einmal in Trance zu bringen, die Sie dann
gründlich wieder zurücknehmen.
Sollten die Beschwerden trotzdem weiterhin anhalten, suchen Sie
sicherheitshalber einen Arzt zur Klärung der Beschwerden auf. Es ist jedoch sehr
unwahrscheinlich, dass diese Probleme dann mit der Selbsthypnose zusammenhängen.
Zunächst einmal ist es wichtig, für eine ruhige
und bequeme Umgebung zu sorgen.
Es empfiehlt sich, Türklingel und Telefon abzustellen und darauf zu achten,
durch Mitbewohner nicht gestört zu werden.
Es ist möglich, dass man leicht friert, weil die Durchblutung während der
Entspannung schwächer ist. Eine Decke könnte deshalb vielleicht angenehm
sein.
Auch beengende Kleidung wie z. B. Gürtel oder BH können stören und sollten
vorher gelockert bzw. abgelegt werden.
Häufig wird es als angenehm empfunden, den Raum ein wenig abzudunkeln und eine
leise, instrumentale Entspannungsmusik dabei zu hören. Die Musik sollte dabei so
laut sein, dass man sie gerade noch hören kann.
2. Autohypnose
Über Selbsthypnose
In annähernd allen Fällen ist
die Selbsthypnose völlig sicher. Über Jahre hinweg hat Hollywood die Hypnose als
ultimative Gedankenkontrolle verherrlicht. Menschen gehen gesteuert durch
bestimmte posthypnotische Suggestionen (Suggestionen, die wirksam werden,
nachdem eine Person oder ein Subjekt aus der Hypnose aufgewacht ist) durchs
Leben, die ihnen von skrupellosen Hypnotiseuren gegeben wurden. So erschießen
sie beispielsweise jedes Mal eine Person, wenn sie eine Glocke läuten hören.
Wenn der Hypnotiseur sie anruft, geben sie Geheimnisse preis und bringen sich
anschließend selbst um. Frauen werden ihren Männern untreu, nur weil sie das
Pech hatten, in die falschen Augen zu sehen. All dies ist Stoff für große Filme,
doch nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt liegen.
Im
Folgenden möchte ich einige der üblichen Mythen über die Hypnose aus der Welt
schaffen.
Niemand kann das Unterbewusstsein eines
anderen kontrollieren.
Der Hypnotiseur hat keine magischen Fähigkeiten, die
dazu in der Lage wären, Ihren Denkprozess zu kontrollieren. Die einzige Person,
die Sie hypnotisieren kann, sind letztendlich Sie selbst. Sie sind sich
jederzeit während einer Hypnosesitzung, gleich ob diese über einen Therapeuten
oder per Selbsthypnose durchgeführt wird, vollkommen darüber bewusst, was um Sie
herum geschieht. Die gesamte Hypnose ist im Grunde genommen Selbsthypnose. Sie
sind sich immer dessen bewusst, was vor sich geht und haben alles unter
Kontrolle. Sie können jederzeit aufstehen und gehen, wann immer Sie wollen.
Sie
werden immer aus der Hypnose aufwachen.
Hollywood zeigt in seinen Filmen über Hypnose oft
Personen, die wie ein Zombie durchs Leben gehen, weil einige Therapeuten es
vergessen haben, ein bestimmtes Codewort zur Aufhebung der Hypnose zu sagen. So
lange Ihnen nicht jemand (entweder der Therapeut oder Sie sich selbst in der
Selbsthypnose) ununterbrochen suggeriert, dass sie sich entspannen, sich
konzentrieren usw., wird Ihre Konzentration nachlassen und Sie werden entweder
einschlafen oder auf natürliche Art und Weise aufwachen. Es hängt alles davon
ab, wie müde Sie zu dem jeweiligen Zeitpunkt sind.
Sie
werden nie eine negative Suggestion annehmen.
Alle während einer Hypnosesitzung gegebenen
Suggestionen werden letztendlich von Ihrem Unterbewusstsein auf Moral und Ethik
überprüft. Wenn Ihnen ein Therapeut etwas suggeriert, das Sie normalerweise
nicht tun würden (aus moralischen Gründen), würden Sie sich unweigerlich aus der
Trance herausholen und den Suggestionen nicht folgen.
Schädliche
posthypnotische Suggestionen werden keinen Einfluss auf Sie haben.
Der Grund, warum Hypnosetherapie funktioniert, ist
der, dass der jeweilige Patient sich wünscht, dass sie funktioniert. Wenn ein
Raucher sein Büro verlässt und glaubt, dass er keine Zigarette mehr anrühren
wird, wird er in der Lage sein, der Versuchung zu widerstehen. Er wird nicht
gegen diese Suggestion ankämpfen. Es ist sogar so, dass sein Unterbewusstsein
jedes Mal, wenn er auf eine Zigarette verzichtet, bestrebt sein wird, dieses
Verhalten zu verstärken. Im Gegensatz zu den Phantasien von Kinogängern würden
Sie, wenn Ihnen ein Hypnotiseur suggerieren würde, dass Sie Ihren Namen
vergessen, diesen nur so lange vergessen, wie für Sie alles Spaß und Spiel ist.
Es könnte sogar passieren, dass Sie sich ein oder zwei Monate lang nicht mehr an
ihren Namen erinnern, wenn Ihnen der Hypnotiseur entsprechende Suggestionen
gegeben hat. Natürlich würde dies nur dann funktionieren, wenn Sie so
zurückgezogen leben würden, dass Sie niemand nach ihrem Namen fragen könnte.
Selbst wenn eine starke Suggestion dazu führt, Sie glauben zu machen, dass Sie
sich an gar nichts mehr erinnern können, würde ihr Unterbewusstsein sofort
realisieren, dass es nun Zeit für einen Realitäts-Check ist, sobald Sie eine
Person, die nichts mit der Bühnenshow zu tun hatte, nach ihrem Namen fragt.
Danach wäre für Sie alles wieder völlig normal.
Was kann die Selbsthypnose für Sie tun?
Einige wenige kompetente Forscher haben sich eingehend mit den vielen legitimen
Anwendungen der Hypnose beschäftigt. Im Rahmen der erfolgreichen
Therapieanwendungen wurde die Selbsthypnose effektiv (und mit gut dokumentierten
Ergebnissen) auf folgenden Gebieten eingesetzt:
Gewichtsverlust
Raucherentwöhnung Phobiebehandlung Selbstmotivation
Gedächtnisverbesserung Kreativitätssteigerung Behebung
sexueller Störungen Geburten Schnelleres Lernen
Verhaltensänderung Steigerung des Selbstbewusstseins
Krebsbekämpfung Sportmotivation Behebung von
Schlafstörungen Behandlung reaktiver Depressionen und
vieles mehr...
Nachdem wir jedoch erst einmal damit begonnen hatten, die Fähigkeiten eines
vollkommen fokussierten Bewusstseins zu erforschen, entdeckten wir bald darauf,
dass wir einen unermesslichen Reichtum an fantastischen Möglichkeiten
erschlossen haben. Viele der von Praktizierenden asiatischer Religionen
ausgeübten Fähigkeiten werden plötzlich für die Allgemeinheit zugänglich. In
Wirklichkeit haben wir jedoch gerade erst damit begonnen, an der Oberfläche
dessen zu kratzen, was tatsächlich möglich ist.
Derzeit werden eine Reihe
unvorstellbarer Studien über die Anwendungsgebiete der Hypnose durchgeführt und
inzwischen wissen wir, dass ohne jeden Zweifel einiges möglich ist. Dazu zählen:
Kreative
Visualisierung
Durch die Anwendung der Hypnose sind wir in der
Lage, imaginäre Gegenstände so deutlich zu sehen, dass wir sie als real
akzeptieren. So kann beispielsweise eine Person, die ihr Gewicht reduzieren
möchte, sich selbst so sehen, wie sie gerne sein möchte. Sie kann sich
vorstellen, keine Süßigkeiten mehr zu mögen, Spaß an gymnastischen Übungen zu
haben, usw. Später wird sie davon überzeugt sein, dass diese Ziele nun viel
leichter zu erreichen sind, da sie ja schon einmal das Endergebnis "gesehen"
hat.
Setzen
mentaler Anker
Unser Unterbewusstsein arbeitet mit Ankern.
Unbewusste Anker lösen die meisten Dinge unseres täglichen Verhaltens aus. Wir
denken nicht länger darüber nach, was eine Tür ist, wenn wir vor einer solchen
stehen. Sehen wir eine Tür vor uns, greifen wir instinktiv nach der Klinke,
drücken sie nach unten und gehen durch. Auf dieselbe Weise kann eine Person,
während sie hypnotisiert ist, die Tatsache akzeptieren, dass sie, wenn sie
beispielsweise ein Päckchen Zigaretten sieht, in der Lage ist, der Versuchung zu
widerstehen.
Wir
können den Schmerz kontrollieren
Wenn wir der Sache auf den Grund gehen, gibt es in
Wirklichkeit keinen Schmerz. Der Schmerz ist nur die Art und Weise, wie unser
Unterbewusstsein bestimmte Situationen in unserem Körper interpretiert. Eine
weit verbreitete Anwendung der Hypnose (und Selbsthypnose) besteht darin, den
Schmerz mental zu blockieren, wodurch eine medikamentenfreie Geburt und
schmerzfreie Chirurgie für Patienten ermöglicht wird, die auf Narkosen
allergisch reagieren. Die Selbsthypnose bietet eine äußerst wirksame Alternative
dazu, nach dem Besuch des Zahnarztes mit einem steifen Kiefer herumzulaufen. Es
ist sogar sehr einfach zu lernen, wie man die Energien, die dazu benötigt
werden, sich unter rauen Witterungsverhältnissen kalt oder warm zu fühlen,
umlenken können.
Steigerung
der Kreativität
Die Kreativität wird fast als ein Nebenprodukt der
Hypnose empfunden. Wenn Sie erst einmal die Fähigkeit entwickelt haben, sich
vollkommen auf etwas zu konzentrieren und frei von Vorurteilen zu sein, werden
Sie bald feststellen, dass Sie sich einen Reichtum an kreativen Energien
erschlossen haben und die Tatsache, dass Sie nun in der Lage sind, sich ein sehr
reales, mentales Virtual-Reality-Szenario zu schaffen, in dem Sie das
Endergebnis eines gewagten Unternehmens effektiv sehen können, bevor Sie Zeit
und Energie in die Durchführung desselben investieren, hilft immens.
Die Fähigkeit, sich selbst zu sehen, wie Sie ein
anspruchsvolles Interview erfolgreich hinter sich gebracht haben, zu lernen, wie
man die Anker kontrollieren kann, die Sie in bestimmten Situationen oder an
bestimmten Orten dazu veranlassen, sich gestresst zu fühlen, den Schlüssel zu
entdecken, mit dem Sie Ihre Arbeit genießen können und Ihre gegenwärtige
Stellung im Leben zu leben, erlangen Sie ganz einfach durch die Kontrolle Ihres
bislang undisziplinierten Unterbewusstseins. Sie können es sich beispielsweise
antrainieren, neutral zu bleiben, wenn Sie Ihr Ehepartner in einen Streit
verwickeln möchte oder der Versuchung zu widerstehen, die Beherrschung zu
verlieren, wenn Ihre Kinder mal wieder laut oder außer Rand und Band sind.
Die Fähigkeit der Zeitverkürzung
Bei der Zeitverkürzung handelt es sich um die
Fähigkeit, die Zeit mental zu verkürzen. Sie haben den Eindruck, nur 10 Minuten
hier gewesen zu sein, während es in Wirklichkeit eine Stunde war. Sie können
diese Technik beispielsweise dazu nutzen, Ihre einstündige Fahrt so
wahrzunehmen, als seien nur 20 Minuten verstrichen, (sofern Sie nicht selbst
fahren und alle Zeit, die Sie nur bekommen können dazu benötigen, die möglichen
Gefahrensituationen zu durchdenken). Dies ist die Kehrseite der nächsten, auch
ganz praktischen Anwendung: die Zeitdehnung.
Die Fähigkeit der Zeitdehnung
Die Zeitdehnung ermöglicht es einer Person, sich zu
fühlen, als würde die Zeit langsamer verstreichen. Üblicherweise können Sie mit
dieser Fähigkeit eine Situation mental in einer Stunde durchleben, während in
Wirklichkeit nur 10 Minuten vergangen sind. Dieses Phänomen tritt vor allem bei
Unfallopfern häufig auf. Während sie aus dem Auto geschleudert werden, scheint
alles in Zeitlupe zu verlaufen. Hierbei handelt es sich um einen Trick unseres
Unterbewusstseins, durch den wir die Möglichkeit erhalten, darüber nachzudenken,
was als Nächstes zu tun ist.
Regression
Sie können buchstäblich Gedächtnisbänder einer
beliebigen Zeit Ihres Lebens aus einem Regal herausziehen und die damals
gemachten Erfahrungen erneut durchleben. Dies ist die Technik, die häufig bei
polizeilichen Ermittlungen benutzt wird, um zu versuchen, der Untersuchung
dienliche Hinweise zu erhalten. Die jeweiligen Personen erinnern sich auf diese
Weise beispielsweise an Nummernschilder, die sie während der Beobachtung des
Verbrechens nur kurz gesehen haben. Durch die Verwendung ihres “Gedächtnisbands“
werden sie auf Narben, Muttermale und eine Menge anderer Einzelheiten
aufmerksam, die sie in der Aufregung vergessen hatten. Das Trauma einer
Vergewaltigung kann zum Beispiel dadurch vermieden werden, dass man es dem
Opfer ermöglicht, sich an Fakten zu erinnern, die den Ermittlern bei der Suche
nach dem Täter helfen. Auf einer praktischen Ebene ist die Regression ein
wertvolles Hilfsmittel, wenn wir uns daran zu erinnern versuchen, wo wir unsere
Schlüssel liegen gelassen haben oder unseren Abschlussball noch einmal erleben
wollen.
Kontrollieren Sie Ihr vegetatives
Nervensystem
Sie werden entdecken, dass Sie in der Lage sein
werden, alle vom Gehirn kontrollierten Körperfunktionen zu beeinflussen. Dazu
gehört der Herzschlag, die Durchblutung, usw. Hierbei handelt es sich um eine
sehr praktische Technik, mit der Sie beispielsweise einen erhöhten Blutdruck
senken oder bei einer ernsten Verletzung die Blutzufuhr auf den verletzten
Bereich Ihres Körpers lenken können. Es gibt sogar eine Klinik, in der
Krebspatienten dazu angeleitet werden, winzige "weiß gekleidete Ritter"
(weiße Blutkörperchen) zu visualisieren, die zu den beschädigten Körperzellen
galoppieren. Die Erfolgsquote der Klinik ist phänomenal, wie auch die eines
anderen Zentrums, in dem nichts weiter getan wird, als Frauen dazu zu bringen,
sich einen Schwall gesunden, mit Sauerstoff angereicherten Bluts vorzustellen,
das in ihre Brüste strömt, wodurch sich ihr Brustumfang vergrößert!
Lernen Sie den Umgang mit Ihrer inneren Uhr
Ihre innere Uhr hilft Ihnen dabei, morgens
rechtzeitig aufzustehen. Es ist erstaunlich, wie genau diese innere Uhr mittels
der Hypnose arbeiten kann Einige Forscher haben festgestellt, dass sie
einer hypnotisierte Person beispielsweise suggerieren können, sagen wir, von
einem bestimmten Zeitpunkt an exakt 2,347.629 Sekunden lang zu bellen. Ohne auch
nur die leiseste Ahnung davon zu haben, wie lang das ist, wird die Person, die
ahnungslos ihrem Alltagsrhythmus nachgeht, auf unerklärliche Weise wie auf
Knopfdruck anfangen, zu bellen. Das Lernen des Umgangs mit Ihrer inneren Uhr
wird Ihnen dabei helfen, ein besseres Gespür für das Verstreichen der Zeit zu
bekommen, morgens ohne Wecker zu einer gewünschten Zeit aufzuwachen und die
Wahrnehmung der Zeit zu kontrollieren. Haben Sie schon einmal das Sprichwort
gehört, dass "die Zeit wie im Flug vergeht, wenn man Spaß hat"? Nun, ab jetzt
können Sie sie in Windeseile verstreichen lassen, wenn Ihnen eine harte Zeit
bevorsteht, und sie im Zeitlupentempo genießen, wenn es Ihnen gut geht.
Mehr Kontrolle über Ihre instinktiven Verhaltensweisen
Sie können tatsächlich zu einem Meister der
Veränderung Ihrer persönlichen Verhaltensmuster werden. Mit Hilfe der
Selbsthypnose ist es sehr einfach, das Verändern der Auslöser, Anker und Muster
zu lernen, die uns zu einem bestimmten Handeln veranlassen. Dies ist die Basis
für einen Großteil der Hypnotherapie. Es kommt nicht darauf an, perfekt zu sein,
sondern ausschließlich darauf, genügend Ausdauer mitzubringen. Wenn Sie dazu
bereit sind, die Selbsthypnose zu einem Teil Ihres täglichen Lebens zu machen,
werden Sie bald entdecken, dass Sie Ihren Tag besser organisieren und mentale
Verhaltensmuster (Wünsche, Bedürfnisse, Orientierungen) ganz einfach ändern
können, indem Sie nur ein Quäntchen Selbsttherapie in Ihren Tagesablauf
einbauen.
Sich selbst hypnotisieren
Obwohl der Grundprozess für das Erlernen der Selbsthypnose relativ einfach ist,
gibt es bestimmte Charaktereigenschaften, mit denen der Prozess wesentlich
leichter zu meistern ist. Die bei weitem wichtigsten Charakterzüge, mit denen
Ihr Erfolg garantiert werden kann, sind die Geduld und die Bereitschaft, einen
Schritt des Prozesses nach dem anderen zu gehen. Es gibt keine schnellere
Methode, wenn Sie tatsächlich von den Vorteilen der Selbsthypnose profitieren
wollen. Der Versuch, das Interessanteste gleich zu Beginn zu üben würde nur
bedeuten, dass Sie vorhaben, Ergebnisse erhalten zu wollen, ohne dafür das
Fundament gelegt zu haben.
Nun ist es Zeit für einen Realitäts-Check. Sind Sie wirklich bereit, sich die
Zeit dafür zu nehmen, jeden Schritt, einen nach dem anderen, zu üben? Sind Sie
bereit, alles Nötige dafür zu tun, um die Ergebnisse zu erhalten, die Sie sich
wünschen? Haben Sie die ganze Lektion durchgelesen oder haben Sie sich dafür
entschieden, den “unwichtigen“ Teil zu übergehen, um direkt mit den Techniken zu
beginnen? Wenn Sie dies getan haben, schlagen Sie sich selbst ein Schnippchen,
denn Sie verzichten auf eine Menge guten Stoff. Die Techniken, die ich nun
gleich anführen werde, setzen voraus, dass Sie die oben angesprochenen
Gefahren, Möglichkeiten, Fehlinterpretationen und die Grundtheorie verstanden
haben. Bevor Sie also nun weiter lesen, lesen Sie sich bitte alles genau durch
(sofern Sie dies noch nicht getan haben). Tun Sie dies nicht, kann ich Ihnen mit
ziemlicher Sicherheit garantieren, dass Sie in der Selbsthypnose niemals
besonders gut sein werden.
Jetzt, da wir uns alle auf derselben Seite befinden (im wahrsten Sinne des
Wortes), können wir beginnen.
Fünfzehn Minuten...
Für den Kurs ist es erforderlich, dass Sie sich jeden Tag fünfzehn Minuten Zeit
für Ihre Sitzungen nehmen. In der ersten Sitzung lernen Sie die Grundlagen der
Konzentration und Entspannung. Die zweite Sitzung hilft Ihnen dabei, zu lernen,
sich noch tiefer zu entspannen. Anschließend beginnen Sie, an Entspannungs- und
Visualisierungstechniken zu arbeiten, welche beide feste Bestandteile der
Hypnose sind. Gegen Ende der ersten Woche sollten Sie in der Lage sein, sich
selbst zu hypnotisieren. Sie werden dann zwar noch immer keine fantastischen
Visualisierungen erzeugen können, aber dennoch ziemlich überrascht sein, wie
viel inzwischen schon geht. Nach 14 Tagen sollten Sie schon gut dabei sein. Sie
können Dinge visualisieren und werden in der Lage sein, einige der
erstaunlicheren Ergebnisse der Selbsthypnose zu erleben. Um den 20. Tag herum
wird alles für Sie zu einer Art zweiter Natur werden. Es wird nun nicht mehr
lange dauern, bis Sie sich Ihre eigenen therapeutischen Suggestionen geben
können und die Kontrolle über Ihr Unterbewusstsein erlangen.
Nachdem Sie den zwanzigsten Tag hinter sich gebracht haben, stehen Ihnen die
Techniken zur eigenen Verwendung zur Verfügung und Sie können Sie nun nach
Belieben für Ihre Zwecke einsetzen. Ich empfehle Ihnen jedoch, den Vorteil der
neu gewonnenen Angewohnheit zu nutzen und täglich fünfzehn Minuten der erneuten
Ausrichtung Ihrer mentalen Energien zu widmen, um Ihr Leben besser zu
strukturieren.
Für den Anfang werden Sie einen guten, funktionierenden Wecker benötigen, sodass
Sie Ihre Konzentration nicht ständig unterbrechen müssen, um nach der Zeit zu
sehen. Idealerweise sollten Sie einen elektrischen Wecker dafür benutzen (also
einen, der nicht tickt). Der erste Schritt, den Sie gehen müssen, um die
Selbsthypnose zu beherrschen, ist die Strukturierung Ihrer Vorgehensweise.
Suchen Sie sich zunächst einen Ort, den Sie während des ersten Monats als Ihren
hypnotischen “Bezugspunkt” nutzen möchten. Dies nennen wir einen Anker. Unser
Unterbewusstsein wird laufend durch Anker gesteuert. So sind beispielsweise Ihre
Autoschlüssel ein Anker. Jeden Morgen holen Sie sie, schließen die Tür und
finden sich dann irgendwie an Ihrem Arbeitsplatz wieder. Der gesamte Prozess des
Öffnens der Autotür, des Einführens des Schlüssels in das Zündschloss, der
Betätigung der Kupplung, des Startens des Wagens, des Ausscherens, des
Vermeidens von Verkehr, des Haltens an Ampeln usw. läuft ab, ohne dass Sie sich
dessen wirklich bewusst sind. Im Verlauf der Jahre hat Ihr Unterbewusstsein
diese gesamten Verhaltensmuster mit dem allmorgendlichen Prozess assoziiert, der
damit beginnt, dass Sie Ihre Autoschlüssel holen.
1.
Suchen Sie sich einen geeigneten Ort
Suchen Sie sich einen Stuhl, auf dem Sie sich wohl
fühlen und auf dem Sie früh morgens ungestört sitzen können. Setzen Sie sich für
rund 10 Minuten darauf, wenn Sie für sich allein sind und versuchen Sie, einem
Tagtraum nachzuhängen. Stellen Sie sich zum Beispiel Ihren letzten großen
Erfolg, eine Reise ins Disneyland, eine herrliche Golfpartie, Ihren schönsten
Tauchgang, oder sonst etwas vor und versuchen Sie, sich in Ihren Gedanken zu
verlieren. Wie hat sich das angefühlt? Hat Sie etwas gestört? Sind Sie durch
Geräusche in der Umgebung abgelenkt worden? Steht der Stuhl zu nah am
Fernsehgerät? Es muss ein ganz besonderer Ort sein. Wenn er dies nicht ist,
probieren Sie es mit einem anderen Stuhl oder stellen Sie Ihren Stuhl an eine
andere Stelle. Sobald Sie einen geeigneten Stuhl gefunden haben, nehmen Sie sich
fest vor, sich nicht mehr darauf zu setzen, solange Sie nicht vorhaben, sich
selbst zu hypnotisieren. Das ist SEHR wichtig. Wenn Sie diesen Stuhl
ausschließlich für Ihre Hypnosesitzungen verwenden, wird es nicht lange dauern
bis Sie feststellen, dass Sie in einen entspannten Zustand geraten, sobald Sie
sich setzen.
An dieser Stelle möchte ich eine kleine
Randbemerkung einfügen. Wenn Sie dasselbe mit anderen Orten in der Umgebung
Ihrer Wohnung tun, werden Sie bald darauf verblüffende Ergebnisse feststellen.
Nehmen Sie sich vor, sich nur dann an Ihren Schreibtisch zu setzen, wenn Sie
arbeiten müssen. Wählen Sie einen anderen Stuhl (vielleicht am
Esszimmertisch), auf den Sie sich ausschließlich zur Durchführung von
Rechenaufgaben setzen werden (z. B. zur Überprüfung von Kontoauszügen, zur
Berechnung von Zahlungsbeträgen, usw.). Möglicherweise (es dauert rund 15 Tage)
werden Sie dann feststellen, dass Ihr Unterbewusstsein in einen Rechenmodus
umschaltet, sobald Sie sich auf Ihren Mathestuhl setzen und es Ihnen richtig
schwer fällt, an andere Konzepte zu denken, die nicht der linken Gehirnhälfte
zuzuordnen sind. Ihr Arbeitsstuhl wird Sie sofort vergessen lassen, dass Sie ein
Fußballspiel im Fernsehen versäumen. Versuchen Sie das auch einmal mit einem
“Spaßstuhl“, auf den Sie sich nur setzen, um fern zu sehen oder mit Ihren
Kindern zu spielen. Sie können auch versuchen, sich eine kreative Ecke
einzurichten, in die Sie nur gehen, wenn Sie neue, frische Ideen brauchen.
Bleiben Sie diesen Orten treu. Lassen Sie nicht zu, dass Sie sich in Ihren
Gedanken damit beschäftigen, ob Ihr letzter Scheck gedeckt ist, während Sie in
Ihrer kreativen Ecke sitzen. Wenn Sie einmal darüber nachdenken, werden Sie
bemerken, dass Ihr Unterbewusstsein bereits durch einige Anker "trainiert" ist.
Was geschieht, wenn Sie sich an den Esszimmertisch setzen? Und wie fühlen Sie
sich, wenn Sie sich an Ihren Schreibtisch setzen, um zu arbeiten? Das
Vereinstreffen? Der Golfplatz? Das Meer? Jeder richtet sich einen kompletten
Satz von Ankern ein. Warum sollten Sie also diesen geistigen Prozess nicht zu
Ihrem Vorteil nutzen? Wenn Sie sich die Zeit nehmen, diese Technik wirklich
gezielt anzuwenden, wird sie laut Aussagen vieler meiner Schüler eine ebenso
große Auswirkung auf Ihr Leben haben, wie die Hypnose.
Wenn Sie sich darauf einlassen, sich für bestimmte
Dinge Zeit zu nehmen und nur über das nachdenken, was Sie gerade tun
(keine geistige Begleichung von Rechnungen, während Sie Basketball spielen, kein
Fernsehen während der Hausarbeit), werden Sie schnell bemerken, dass Sie Ihr
Leben “unter Kontrolle“ bekommen. Sie lehren sich selbst, sich voll und ganz auf
die gegenwärtig zu lösende Aufgabe zu konzentrieren. Sie werden lernen, Ihre
Gedankenflut einzudämmen. Sie müssen vorab Pläne machen, damit dies
funktioniert. Vergewissern Sie sich, dass nichts anderes zu tun ist, was Ihre
Energie in Anspruch nehmen könnte, während Sie die nächsten zwanzig Minuten dem
Roller Blading widmen. Auf diese Weise müssen Sie nicht die ganze Zeit über
darüber nachdenken. Dann sollten Sie es sich zum Ziel machen, wirklich jeden
Moment Ihres Lebens auszukosten (ohne in Zukunftsvisionen zu schwelgen, zu
hoffen, das Leben oder das Vergangene eines Tages genießen zu können, sich in
Selbstmitleid zu verlieren oder an etwas Bestimmtem festzuhalten).
Zusammen genommen werden diese beiden Techniken in
Ihrem Leben Wunder wirken. Sie sind sehr effektiv, vielleicht weichen sie etwas
vom eigentlichen Thema ab, aber sie sind es auf alle Fälle wert, hier
berücksichtigt zu werden.
2. Wählen Sie einen bestimmten Zeitpunkt
Räumen Sie sich täglich 15 Minuten für Ihre Übungen
ein. Für die meisten von uns eignet sich der frühe Morgen am besten dafür, da
uns dieser Zeitpunkt ermöglicht, den Tag mit einer mentalen “Starthilfe“ zu
beginnen. Wenn Sie mehr ein Nachtmensch sind, ist es auch in Ordnung, Ihre
Sitzungen direkt vor dem ins Bett gehen einzuplanen.
Es ist wichtig, dass Sie bei klarem Bewusstsein und
konzentriert sind, wenn Sie beginnen. Um dies zu erreichen, können Sie morgens
vor Ihren Übungen eine Dusche nehmen oder vielleicht vor Ihren nächtlichen
Sitzungen eine Runde um den Block gehen.
3. Ihre erste Sitzung
Stellen Sie Ihren Wecker heute auf 5 Minuten ein.
Lassen Sie die Zeit nun einfach verstreichen und sammeln Sie sich. Während
dieser ersten Sitzung wird Ihnen diese Zeitspanne wie eine Ewigkeit vorkommen,
doch wenn Sie Ihre Gedanken klar ordnen können, werden Sie bald bemerken, wie
sich Ihre Aufmerksamkeit immer mehr nach innen richtet und Sie fast nicht mehr
wahrnehmen, was um Sie herum geschieht. Wenn Sie dies erleben, haben Sie bereits
mehr als die Hälfte der Wegstrecke zu Ihrer ersten Erfahrung mit der
Selbsthypnose zurückgelegt. Sitzen Sie in Ihrer ersten Sitzung einfach nur da.
Warten Sie nicht darauf, dass etwas Magisches passiert und machen Sie sich keine
Gedanken über die Hypnose. Ihre erste Sitzung dient hauptsächlich dazu, sich mit
dem Zeitpunkt und dem Ort vertraut zu machen. Setzen Sie sich mit den Füßen
flach auf dem Boden hin (wenn es sich bei Ihrem Stuhl nicht um einen Liegestuhl
handelt). Legen Sie Ihre Hände auf den Schoß und sorgen Sie dafür, dass sie sich
nicht berühren. Machen Sie es sich ganz bequem und behalten Sie diese Stellung
bei. Lassen Sie nicht zu, dass sich Ihr Körper auf irgendeine Weise bewegt,
nicht einmal ein einziger Muskel (natürlich mit Ausnahme Ihres Brustkorbs, wenn
Sie atmen).
Versuchen Sie nun, Ihren ganzen Körper zu
entspannen. Wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit auf ihn lenken und loslassen, werden
Sie überrascht sein, wie angespannt jeder einzelne Muskel Ihres Körpers
tatsächlich ist. Lassen Sie Ihre Schultern nach unten sinken und stellen Sie
sich vor, dass Ihre Arme schlaffe Sandsäcke sind, die auf Ihrem Schoß liegen.
Konzentrieren Sie sich nun auf Ihren Atem. Atmen Sie regelmäßig in gleichen
Abständen ein und wieder aus. Suchen Sie sich dann einen Punkt irgendwo an der
gegenüberliegenden Wand des Raumes und starren Sie auf ihn. Stellen Sie sich
vor, dass Sie Mikroskopaugen haben, die in der Lage sind, Atome zu sehen und
versuchen Sie nun, das kleinste Detail dieses einen Punktes zu erkennen. Sorgen
Sie dafür, dass Ihr Blick nicht abschweift und bewegen Sie keinen Muskel Ihres
Körpers. Wenn Sie es richtig machen, wird es nicht lange dauern, bis Sie
feststellen, dass Ihr ganzer Körper vom Hals abwärts zu verschwinden scheint. Es
ist beinahe so, als ob nur dieser eine Punkt an der Wand existieren würde.
Lassen Sie Ihre Gedanken zu einem absoluten Stillstand kommen. VERSUCHEN SIE
NICHT, ALLES ZU ANALYSIEREN, LASSEN SIE ES EINFACH GESCHEHEN. Sie können sich zu
einem späteren Zeitpunkt detailliert damit befassen, was vorgefallen ist und das
Ganze bis zum Umfallen analysieren, aber während des Prozesses sollten Sie sich
einfach nur gehen und es geschehen lassen.
Vielleicht stellen Sie fest, dass Ihre Augenlider
immer schwerer werden. Sie beginnen, sich groggy und ein bisschen müde zu
fühlen. Das ist vollkommen normal, aber kämpfen Sie dagegen an. Während der
heutigen Sitzung ist es wichtig, dass Sie dem Drang widerstehen, Ihre Augen zu
schließen, denn das Ziel dieser Sitzung ist es, zu lernen, die Aufmerksamkeit
intensiv auf einen Punkt zu richten. Morgen werden Sie dann eine tiefere
Entspannung erleben.
4. Ihre zweite Sitzung
A) VERSUCHEN SIE NICHT, DIE ERSTEN BEIDEN
SITZUNGEN ZUSAMMENZUFASSEN – HABEN SIE GEDULD!! Wenn Sie zu schnell vorgehen,
werden Sie sich bald völlig verausgaben und feststellen, dass Sie sich während
der Zeit Ihrer täglichen Sitzungen nicht richtig konzentrieren können. Gehen Sie
es locker an. Wenn Sie dem Kurs genau wie hier aufgezeigt folgen, werden Sie
bereits nach einer Woche von sich selbst überrascht sein.
Beginnen Sie Ihre zweite Sitzung damit, die
erste zu wiederholen. Nachdem Sie darüber nachgedacht haben, was gestern
passiert ist, sollten Sie wissen, was schief gelaufen ist (falls es nicht wie
gewünscht geklappt hat). Haben Sie es sich erlaubt, während der Sitzung an etwas
Bestimmtes zu denken? Sind Sie unbequem gesessen? Hat Sie etwas abgelenkt? Wenn
Sie gestern irgendetwas davon abgehalten hat, sich herrlich entspannt zu fühlen,
versuchen Sie, das Problem zu lösen, bevor Sie mit der heutigen Sitzung
beginnen. Stellen Sie dann Ihren Wecker auf 5 Minuten und wiederholen Sie die
erste Sitzung.
B) Stellen Sie Ihren Wecker nach einem
erfolgreichen Abschluss der ersten Sitzung erneut auf 5 Minuten ein. Werden Sie
sich diesmal, während Sie Ihre Aufmerksamkeit auf den Punkt an der
gegenüberliegenden Wand lenken, geistig Ihrer oberen Augenlider bewusst. Während
Sie sich nun entspannen, werden Sie bemerken, dass sie immer schwerer werden.
Sie müssen. Nachdem Sie sich eben bereits fünf Minuten lang konzentriert haben,
können sie gar nicht anders als sich immer schwerer anzufühlen. Wehren Sie sich
diesmal nicht dagegen. Lassen Sie sie einfach müde werden, bis sie sich
letztendlich schließen. Konzentrieren Sie sich dann, sobald sie sie geschlossen
haben, intensiv auf Ihre Atmung. Sprechen Sie Ihre inneren Gedanken nicht aus.
Seien Sie sich einfach dessen bewusst. Atmen Sie nun regelmäßiger, langsamer und
tiefer. VERMEIDEN SIE SELBSTGESPRÄCHE IN GEDANKEN. Denken Sie an gar nichts.
Erleben Sie nur. Verlieren Sie sich in Ihrem Atemrhythmus. Versuchen Sie zu
spüren, wie die Luft in Ihre Nase ein- und wieder aus ihr ausströmt und wie sich
die Muskeln in Ihrem Hals und Ihrer Lunge bewegen. Verbringen Sie Ihre restliche
Zeit damit, sich intensiv auf Ihren Atem zu konzentrieren. Sorgen Sie dafür,
dass Sie nicht einschlafen! Bleiben Sie einfach bewegungslos, frei von Gedanken,
vollkommen entspannt und konzentriert sitzen.
Ungefähr eine Minute, nachdem sich Ihre
Augen geschlossen haben, werden Sie feststellen, dass Ihre Kehle austrocknet. Es
ist in Ordnung, wenn Sie schlucken. Während Sie sich entspannen, werden Sie sich
eventuell des Gewichts Ihres Kopfes bewusst. Was hier tatsächlich geschieht ist,
dass Ihr Hals so entspannt ist, dass er nach unten sinken möchte. Lassen Sie ihn
sinken. Es ist in Ordnung, wenn sich Ihr Kopf bis auf den Brustkorb senkt.
Denken Sie daran, den Rest Ihres Körpers vollkommen bewegungslos zu halten.
Konzentrieren Sie sich nur darauf, sich zu entspannen, bis Ihr Wecker klingelt.
Versuchen Sie unter allen Umständen, an nichts zu denken.
Springen Sie nicht auf, wenn Sie den Wecker
klingeln hören. Nehmen Sie sich Zeit. Zählen Sie langsam rückwärts von 5 bis 1,
wobei Sie mit jeder Zahl wacher und wacher werden. Vielleicht wird dies zu Ihrem
Anker, mit dem Sie sich selbst aus jedem hypnotischen Zustand aufwecken können.
Immer wenn Sie das Bedürfnis haben, aufzuwachen, müssen Sie nur langsam
rückwärts zählen ...5.....4.....3.....2.....1 und Ihre Augen öffnen.
5. Ihre dritte Sitzung
A) Beginnen Sie Ihren dritten Tag damit, die
zweite Hälfte Ihrer gestrigen Sitzung zu wiederholen. Der einzige Unterschied
besteht heute darin, dass Sie Ihre Sitzung mit einem tiefen Atemzug beginnen,
sobald Sie sich hingesetzt haben.
Sagen Sie sich in Gedanken das
Wort SCHLAAAAAAAAAF, während Sie ausatmen. Dehnen Sie das Wort so lange aus, bis
Sie mit dem Ausatmen fertig sind. Lassen Sie die ganze Energie aus Ihrem Körpers
heraus und schließen Sie dabei Ihre Augen. Konzentrieren Sie sich anschließend
auf Ihren Atem, während Ihr Kopf schwer wird. Lassen Sie ihn auf Ihren Brustkorb
sinken. Bleiben Sie bewegungslos sitzen und denken Sie dabei an absolut gar
nichts. Atmen Sie 5 Minuten lang nur ein und aus.
B) Ein wichtiger Bestandteil der Selbsthypnose
ist die Fähigkeit, zu visualisieren. Je besser Sie vor Ihrem geistigen Auge
Dinge sehen können, desto intensiver wird Ihre hypnotische Erfahrung sein. Das
soll nicht heißen, dass Sie die Dinge mit Ihren physischen Augen sehen sollen.
Denken Sie daran, dass sie geschlossen sein sollten. Die Visionen, die Sie
gedanklich erzeugen werden, sind den Bildern, die Sie in Träumen sehen, sehr
ähnlich. Natürlich kann es anfänglich eventuell so sein, dass die Bilder nur
wenig mehr als vage Vorstellungen sind, das soll Sie aber nicht stören. Es ist
nur eine Frage einer sehr kurzen Zeitspanne, bevor sie greifbarer werden. Bei
Personen, die an das bewusste Sehen gewöhnt sind, ist es oft der Fall, dass das
geistige Sehen ein schwer zu greifendes Konzept ist. Sie visualisieren zwar auch
oft, sind sich dessen aber nicht bewusst. Die folgende Übung kann als ein Test
gesehen werden. Sie ist jedoch auch eine Trainingseinheit. Ich werde Ihnen
zeigen, wie gut Ihr geistiges Auge in der Lage ist, zu visualisieren.
Beginnen Sie diese Übung im Stehen. Sorgen Sie
dafür, dass Sie gesammelt sind und Ihre Beine leicht gespreizt sind, so dass Sie
nicht umfallen können. Stellen Sie Ihren Wecker auf 2 Minuten. Strecken Sie
beide Arme direkt vor Ihnen aus, einer neben dem anderen mit den Handflächen
nach unten. Nehmen Sie nun einen tiefen Atemzug und sagen Sie sich in Gedanken
das Wort “Schlaf“. Dabei bemerken Sie, wie sich Ihre Augen schließen, während
Sie ausatmen. Halten Sie Ihre Arme weiter ausgestreckt vor Ihnen. Konzentrieren
Sie Ihre gesamte Aufmerksamkeit auf Ihren rechten Handrücken. Versuchen Sie
während Sie dies tun, sich ein großes, schweres, schwarzes Wörterbuch
vorzustellen, das auf Ihrem Handrücken liegt. Erfassen Sie, wie groß es ist, wie
viele Seiten es hat und wie sehr es Ihren Arm nach unten drückt. Machen Sie sich
keine Sorgen, wenn Sie mit Ihren Augen nicht bewusst ein Wörterbuch wahrnehmen
können. Stellen Sie es sich einfach nur vor. Während Sie dies tun, sollten Sie
langsam bemerken, wie Ihr Arm nach unten sinkt. Solange er dies tut, stellen Sie
sich eine kurze Angelschnur vor, die um Ihr linkes Handgelenk gebunden ist.
Direkt über Ihrem Handgelenk ist die Schnur mit einem riesigen roten
Heißluftballon verbunden. Er schwebt ungefähr 30 cm über dem Arm. Während Sie
sich darauf konzentrieren, sollte sich Ihr linker Arm langsam zu heben beginnen.
Schalten Sie nun mehrmals geistig zwischen dem Wörterbuch auf Ihrem rechten
Handrücken und dem Ballon über Ihrer linken Hand um. Lassen Sie Ihre Arme nach
Ablauf der zwei Minuten da erstarren, wo sie sich gerade befinden und öffnen Sie
Ihre Augen. Wenn die Arme mehr als ca. 15 Höhenzentimeter voneinander getrennt
sind, machen Sie gute Fortschritte auf dem Weg zu Ihrem Ziel. Wenn nicht,
brauchen Sie sich auch keine Sorgen zu machen. Viele Schüler der Selbsthypnose
brauchen ein wenig länger, um sich an diese Dinge zu gewöhnen, aber sobald sie
es geschafft haben, geht es recht schnell weiter. Sind Ihre Arme mehr als 15
Höhenzentimeter voneinander entfernt, können Sie mit der nächsten Übung
weitermachen.
6. Progressive Entspannung
Nachdem Sie es geschafft haben, das Wörterbuch und
den Heißluftballon zu visualisieren und gesehen haben, wie sich Ihre Hände nach
oben und unten bewegen (oder nachdem Sie es zumindest drei Mal versucht haben),
sind Sie bereit, mit einer Tiefenentspannungsübung zu beginnen. Die meisten von
uns verbringen die beste Zeit unseres Lebens mit sehr verspannten Schultern,
steifen Beinen und Nackenmuskeln, die dem härtesten Schlag gegen den Kopf
standhalten könnten. Während Sie die folgende Übung durchführen, werden Sie
geschockt sein, wie angespannt Ihre Muskeln tatsächlich sind.
Die Anweisungen für diese Sitzung sind ein wenig
ausführlicher und Sie werden Sie aufmerksam lesen müssen, bevor Sie beginnen.
Sie wird Ihnen dabei behilflich sein zu lernen, sich sehr viel schneller als
bisher entspannen und sammeln zu können. Es gibt mehrere subtile, aber wichtige
Punkte, die Sie berücksichtigen müssen, doch Sie werden feststellen, dass alles
sehr logisch verläuft, sobald Sie die Übung ausprobieren. Beginnen Sie ähnlich
wie in ihrer dritten Sitzung. Stellen Sie Ihren Wecker auf 8 Minuten. Setzen Sie
sich, atmen Sie tief durch, sagen Sie sich “Schlaf“, schließen Sie Ihre Augen,
lassen Sie Ihren Kopf sinken und entspannen Sie sich. Halten Sie dann einen
Moment inne und genießen Sie es. Nehmen Sie sich ungefähr eine Minute Zeit
dafür, sich einfach entspannt zu fühlen. Konzentrieren Sie dann Ihre ganze
Aufmerksamkeit auf den kleinen Punkt genau in der Mitte Ihrer Stirn an Ihrem
Haaransatz (einige der männlichen Kursteilnehmer dürfen sich gerne das Haar
vorstellen, sofern es notwendig ist). Stellen Sie sich nun eine sehr langsam
fließende, warme Flüssigkeit vor, die jetzt Ihre Stirn hinunterzufließen
beginnt. Während dies geschieht, fühlen Sie, dass diese Flüssigkeit die magische
Fähigkeit besitzt, jeden einzelnen Muskel in Ihrer Stirn entspannen zu können.
Spüren Sie jeden Muskel, während er sich entspannt. Nehmen Sie sich Zeit dafür.
Je länger es dauert, desto mehr werden Sie es genießen können. Lassen Sie die
Flüssigkeit nun über Ihre Augen fließen, wobei sie irgendwie auch in Ihr inneres
Auge gelangt. Fühlen Sie, wie sich die Millionen von Muskeln tief in den Höhlen
Ihrer Augen entspannen. Jetzt spüren Sie die Flüssigkeit auf Ihren Wangen, Ihrer
Oberlippe, Ihrer Unterlippe, Ihrem Kieferknochen und Ihrem Hals.
Als nächstes arbeitet sich die Flüssigkeit Ihren
Rücken bis zu Ihrer Hüfte hinunter, dann wieder nach oben bis zu Ihrem Hals und
die Vorderseite Ihres Körpers hinunter.
Konzentrieren Sie sich nun auf die Rückseite Ihres
Halses, auf die kleine Vertiefung direkt unter dem Haaransatz Ihres
Hinterkopfes. Es ist sehr wichtig, dass Sie diesen Punkt vollkommen entspannen.
Die meisten Leute verspannen sich zuerst oberhalb des Rückgrats und übertragen
diese Verspannung auf den restlichen Körper. Entspannen Sie die Halswirbelsäule,
wobei Sie darauf achten sollten, nicht mit den Schultern zu beginnen – noch
nicht. Lassen Sie anschließend, sobald der Hals vollkommen entspannt ist, die
Flüssigkeit auf Ihre Schultern rinnen. Wenn Sie es richtig machen, werden Sie
spüren, wie Ihre Arme ein wenig nach unten sacken, während Sie sich entspannen.
Stellen Sie sich kurz danach das warme Gefühl vor, das die Flüssigkeit auf Ihrem
rechten Arm hinterlässt, während sie den Arm hinunterfließt. Jeder Muskel bis zu
Ihren Fingerspitzen entspannt sich dabei vollkommen. Konzentrieren Sie sich dann
auf Ihren linken Arm und wiederholen Sie den Vorgang.
Gehen Sie nun zu dem Punkt oberhalb Ihres Rückgrats
zurück und lassen Sie die Entspannungsflüssigkeit nun langsam über Ihren Rücken
rinnen. Versuchen Sie, dabei zu spüren, wie sich jeder Wirbel lockert und
entspannt. Gehen Sie zu Ihrem Hals zurück, sobald die Flüssigkeit das Steißbein
erreicht hat. Spüren Sie diesmal, wie sich die Entspannung auf der Vorderseite
Ihres Körpers nach unten hin ausbreitet. Lösen Sie die ganze Verspannung in
Ihrer Lungengegend, den Muskeln im Bereich Ihres Herzens und dem kleinen
Zwischenraum direkt unter Ihren Rippen. Konzentrieren Sie sich dann auf Ihren
Magen, auf die vielen kleinen Knötchen darin. Genießen Sie das Gefühl, sie zu
lösen. Bevor Sie weitermachen, sollten Sie sich unbedingt vergewissern, dass
sich Ihr Magen vollkommen entspannt anfühlt. Lassen Sie nun die Flüssigkeit von
Ihrem Magen bis zu Ihrer Leistengegend fließen. Lassen Sie einfach los. Spüren
Sie, wie sich Ihr Schließmuskel (Anus) lockert und entspannt.
Spüren Sie nun, wie sich die Entspannungsflüssigkeit
ihren Weg über die Rückseite Ihrer Beine bahnt. Stellen Sie sich dabei vor, wie
sich der Bereich Ihres Körpers, der mit dem Stuhl unter Ihnen in Berührung
kommt, langsam in den Stuhl hinein auflöst. Versuchen Sie zu spüren, wie Ihr
Körper weicher und weicher wird und mit dem Stuhl verschmilzt, als ob er in die
Fasern eindringen könnte. Entspannen Sie nun Ihre Beine. Zuerst werden sich die
Oberschenkel fast wie schlaffe Sandsäcke anfühlen, die kaum noch von Ihren
Unterschenkeln getragen werden. Fühlen Sie dann, wie sich jeder Muskel in Ihren
Beinen bis hinab zu den Knöcheln löst.
An dieser Stelle sollten Sie kein Problem damit
haben, sich von Ihrem Körper zu disassoziieren. Er sollte sich beinahe anfühlen,
als wäre er gar nicht mehr vorhanden. Das einzige, worauf Sie sich nun
konzentrieren müssen, sind Ihre Füße. Sie fühlen sich ein wenig aufgebläht an,
da sich die wenige, nervöse Energie, die sich noch in Ihrem Körper befindet, in
ihnen ansammelt. Sie schwellen weiter an, bis Sie beinahe ein Pumpen in ihnen
spüren. Zählen Sie dann in Gedanken langsam bis auf drei. Wenn Sie bei drei
angelangt sind, stellen Sie sich vor, wie jemand ein kleines Loch in die Sohle
jedes Fußes sticht (ca. in Höhe Ihrer Zehen) und all Ihre Anspannung auf den
Boden fließt. Dabei sollten Sie fast ein Kribbeln in Ihren Beinen spüren.
Verbleiben Sie noch eine Weile in diesem
vollkommenen Schwebezustand. Keine Gedanken, keine Bewegung, nur Entspannung.
Wenn Ihr Wecker noch nicht geklingelt hat, entspannen Sie sich, bis Sie den
Alarm hören. Hat er bereits geklingelt, führen Sie die Übung morgen noch einmal
durch und entspannen dabei alles ein wenig schneller (Sie sollten sich ca. 6
Minuten Zeit nehmen, um die gesamte Entspannungsübung durchzuführen). Entspannen
Sie sich nun einfach und genießen Sie dieses Gefühl ein paar Augenblicke lang.
Versuchen Sie sich vorzustellen, wie Sie jeder Atemzug in einen immer tieferen
Entspannungszustand bringt. Sobald Sie die Fähigkeit beherrschen, sich auf diese
Weise zu entspannen und die Gedankenflut in den Griff zu bekommen, sind Sie
nicht mehr weit von einer intensiven Selbsthypnosesitzung entfernt.
7. Intensive Konzentration
Dies ist eine Übung, die Sie sicher schon kennen.
Die meisten meiner Schüler belächeln sie anfänglich gerne zynisch, geben aber
später zu, dass die Übung für sie fast ein wundersamer Schritt hin zur
Selbsthypnose war.
A) Kaufen Sie sich eine kleine Schachtel
Rosinen. Essen Sie alle bis auf eine auf. Nehmen Sie dann die letzte zu Ihrem
Sitzungsstuhl mit. Stellen Sie den Wecker auf 10 Minuten. Atmen Sie tief durch
und sammeln Sie sich (ohne jedoch die Augen zu schließen). Halten Sie die Rosine
hoch und starren Sie darauf. Tun Sie ungefähr eine Minute lang nichts anderes,
als sich auf die Rosine zu konzentrieren, ungefähr so, wie Sie es in Ihrer
ersten Sitzung mit dem Punkt an Ihrer Wand gemacht haben. Sobald Sie das Gefühl
haben, vollkommen konzentriert zu sein, Sie an nichts anderes mehr denken als an
die Rosine, beginnen Sie, sie zu analysieren. Diesmal sollte Ihre Analyse sehr
intensiv sein. Drehen Sie die Rosine herum. Sehen Sie die Einkerbungen? Gibt es
ein bestimmtes Muster? Wie hat sich die Rosine wohl als junge Traube gefühlt?
Wie war es wohl für sie, zusammen mit vielen anderen Trauben an einem Weinstock
zu hängen? Wie hat es sich angefühlt, als sie gepflückt wurde? Stellen Sie sich
nur einmal vor, wie saftig sie einmal gewesen sein muss. Wie war es, zu spüren,
wie sich die Haut ausdehnt, um noch saftiger werden zu können? Wie hat es sich
angefühlt, getrocknet zu werden? Welche Emotionen hatte sie wohl, als sie
spürte, wie ihre Haut begann, schrumpelig zu werden? Wie war es, zusammen mit
anderen Rosinen in ein dunkles, feuchtes Päckchen gestopft zu werden? Welche
Geräusche hörte sie während des Transports? Versenken Sie sich richtig, um die
Rosine kennen zu lernen. Verwenden Sie 10 Minuten darauf, sich ausschließlich
auf die Rosine zu konzentrieren. Denken Sie zu diesem Zeitpunkt nicht darüber
nach. Wenn Sie alles richtig machen, sollten Sie vollkommen vergessen haben, was
sonst noch um Sie herum vorgeht. Es sollte so ähnlich sein wie das Gefühl des
sich Verlierens, das man bekommt, wenn man ganz und gar von einem
Fernsehprogramm eingenommen wird. Jetzt kommen wir zum traumatischen Teil der
Übung. Führen Sie die Rosine nun an Ihren Mund und essen Sie sie. Wie hat sich
das angefühlt? Haben Sie einen Verlust gespürt? Ist es Ihnen schwer gefallen?
Wenn Sie beim Essen der Rosine nichts gefühlt haben, werden Sie die Übung morgen
wiederholen müssen. Es sollte eine tiefere, unbewusste Verbundenheit mit der
Rosine entstanden sein, wenn Sie sie während der Konzentrationsübung tatsächlich
kennen gelernt haben.
B) Jetzt, nachdem Sie Ihre
Konzentrationsfähigkeit ein wenig trainiert haben, kommen wir wieder zu den
Entspannungsübungen zurück. Führen Sie zunächst fünf Minuten lang eine
progressive Entspannung wie gestern durch (die Übung mit der warmen
Flüssigkeit). Es könnte sich diesmal anfühlen, als ob wir ein totes Pferd
schlagen würden. Doch glauben Sie mir, Sie werden sich mit jeder Sitzung tiefer
entspannen können. Wenn Sie in der Lage sind, sich zu entspannen, ohne an etwas
zu denken, lernen Sie, mehr Kontrolle über sich zu haben (Gehen wir es an! Jeder
von uns hat normalerweise eine Menge willkürlich aufkommender Gedanken. Es ist
sehr nützlich, über die Fähigkeit zur Kontrolle der Gedankenflut zu verfügen, um
Änderungen bewirken zu können).
8. Konzentration und Visualisierung
A) Beginnen Sie
die heutige Sitzung mit dem Wörterbuchtest (Sie wissen schon, die Übung, bei der
Sie beide Arme vor sich ausstrecken und sich dabei das Wörterbuch und den
Heißluftballon vorstellen). Nehmen Sie sich 2 Minuten Zeit dafür. Wie war es
diesmal? Es müsste jetzt schon besser gehen als beim ersten Mal. Bei jedem
Versuch sollte Ihr Unterbewusstsein in der Lage sein, deutlicher zu
visualisieren. Klappt es nicht so richtig, kann es sein, dass Sie sich besser
konzentrieren müssen. Geben Sie Ihr Bestes und lassen Sie sich möglichst nicht
ablenken.
B) Heute werden
wir unsere erste echte Visualisierungssitzung erleben. Stellen Sie Ihren Wecker
auf 7 Minuten. Machen Sie eine schnelle Einleitung (Atmen Sie tief ein und sagen
Sie sich “Schlaf”, während Sie ausatmen, schließen sie Ihre Augen, entspannen
Sie Ihren Körper vollkommen und sammeln Sie sich). Lassen Sie sich gehen.
Stellen Sie sich vor, Sie stehen im Korridor des obersten Stockwerks eines
Luxushotels. Sie steigen in einen Aufzug. Sobald Sie im Aufzug sind, stellen Sie
sich vor, wie sich die Tür schließt. Er fährt nun langsam nach unten und zwingt
Sie dadurch, ebenfalls immer tiefer und tiefer zu sinken. Zählen Sie geistig
rückwärts von 10 bis 1. Spüren Sie, wie Sie dabei immer tiefer sinken (ein
Gefühl ähnlich wie im Aufzug). Lassen Sie sich von diesem Gefühl vollkommen
einnehmen. Spüren Sie einfach, wie sie ganz sanft tiefer in sich hinein sinken,
während Sie die Stockwerke nach unten zählen.
Sobald Sie im Erdgeschoss angekommen sind, stellen
Sie sich vor, wie Sie aus dem Hotel hinaus und einen Pier entlang gehen. Am Ende
des Piers sehen Sie ein kleines Segelboot, das sanft auf den Wellen hin und her
schaukelt. Am Ende des Piers angelangt bemerken Sie ein weiches, flauschiges
Kissen auf dem Boden des Boots. Gehen Sie an Bord und legen Sie sich auf dieses
Kissen. Spüren Sie, wie sich das Boot in der lauen Sommerbrise hebt und senkt,
hebt und senkt. Fahren Sie damit fort, bis Sie ein gutes Gefühl für den Rhythmus
bekommen haben. Lassen Sie sich nicht davon stören, wenn die Bilder diesmal
nicht ganz deutlich sind. Denken Sie daran, es ist wie tagträumen. Es
funktioniert erst dann richtig, wenn Sie sich völlig in die Situation
hineinversetzt haben. Für heute reicht es, wenn Sie nur die Bewegungen spüren.
Manche von Ihnen werden die Bilder erstaunlich klar sehen können, andere stellen
sie sich einfach innerlich vor. Es spielt keine Rolle, wie klar sie sind,
solange Sie sich vollkommen auf sie konzentrieren können.
Beginnen Sie, sobald Sie das Bild und den Rhythmus
verinnerlicht haben, mit dem Auszählen (Erinnern Sie sich?
5....4....3....2....1....aufwachen). Es spielt keine Rolle, ob Sie mit der Übung
fertig sind, bevor Ihre 7 Minuten abgelaufen sind, sofern Sie sich sicher sind,
dass Sie die volle Erfahrung gemacht haben. Wenn Sie länger als 7 Minuten
benötigt haben, sollten Sie an Ihrer Konzentration arbeiten. Vielleicht hilft es
Ihnen, die Rosinenübung noch einmal zu machen.
C) Beenden Sie die heutige Sitzung mit der
Übung mehrerer einminütiger Schnelleinleitungen. Sammeln Sie sich, atmen Sie
ein, sagen Sie sich “Schlaf”, atmen Sie aus, schließen Sie Ihre Augen und warten
Sie, bis Sie sich sicher sind, dass Sie vollkommen entspannt und konzentriert
sind. Sobald Sie diesen Zustand erreicht haben, beginnen Sie mit dem Auszählen.
Machen Sie heute fünf solcher Schnelleinleitungen. Mit jeder sollte es
wesentlich leichter und tiefer gehen. Lassen Sie sich einfach gehen und genießen
Sie es. Stellen Sie sich heute dabei keine Bilder vor.
9. Progressive Visualisierung
A) Heute beginnen wir mit einem
Konzentrationstest. Falten Sie Ihre Hände vor Ihnen, so ähnlich als wollten Sie
beten. Strecken Sie Ihre Arme nun ganz aus und heben Sie sie über Ihren Kopf.
Während Sie nun aufstehen, sollten Sie Ihre Hände über Ihrem Kopf mit den
Fingerspitzen nach oben gefaltet haben. Schließen Sie Ihre Augen und strecken
Sie sich dabei nach oben. Versuchen Sie, die Decke mit den Fingerspitzen zu
berühren. Strecken Sie sich so hoch Sie nur können und konzentrieren Sie sich
dabei intensiv auf den engen Zwischenraum zwischen Ihren Fingern. Stellen Sie
sich vor, wie Ihre Finger miteinander verschmelzen. Sehen Sie, wie Ihre beiden
Hände zu einer einzigen Hand über Ihrem Kopf werden. Konzentrieren Sie sich
intensiv darauf, während Sie weiterhin versuchen, die Decke zu berühren.
Beginnen Sie, laut auf 5 zu zählen, sobald Sie spüren, wie Ihre Hände
zusammenwachsen. Wenn Sie die Zahl 5 erreicht haben, versuchen Sie, die Hände
auseinander zu bekommen. Wenn Sie alle bisherigen Übungen gemacht haben, werden
Sie feststellen, dass sie sich nicht voneinander trennen lassen. Versuchen Sie
es ein paar Sekunden lang und lassen Sie Ihre Hände dann erstarren. Öffnen Sie
Ihre Augen und schauen Sie nach oben. Machen Sie sich nichts daraus, wenn sich
Ihre Hände voneinander gelöst haben. Es könnte bedeuten, dass Ihnen heute etwas
zugestoßen ist, das Sie abgelenkt hat. Versuchen Sie es einfach morgen noch
einmal. Konzentrieren Sie sich dann wieder darauf, die Decke zu erreichen und
beobachten Sie, wie Ihre Hände zusammenwachsen. Wir nennen diesen Test den
Händefalttest.
B) Machen Sie die folgende Übung ohne Ihren
Wecker zu stellen. Beginnen Sie mit drei Schnelleinleitungen (Atmen Sie ein,
sagen Sie sich “Schlaf“, schließen Sie Ihre Augen und lassen Sie Ihren Kopf
sinken). Stellen Sie sich dabei jedes Mal, sobald Sie sich richtig konzentriert
und entspannt fühlen vor, wie Sie sanft in einen dunklen, warmen und bodenlosen
Schacht fallen. Spüren Sie einfach, wie Sie hinunter sinken, weiter und weiter
hinunter. Erlauben Sie es sich dabei, mit jedem Mal tiefer zu fallen als jemals
zuvor. Zählen Sie aus, sobald Sie diesen Punkt erreicht haben. Wenn Sie mit
dieser Übung fertig sind, sollten ungefähr 5 Minuten für alle 3 Sitzungen
verstrichen sein. Hat es länger gedauert, haben Sie sich nicht gut genug
konzentriert. Ist wesentlich weniger Zeit vergangen, haben Sie nicht abgewartet,
bis Sie einen wirklich tiefen Zustand erreicht haben. Finden Sie heraus, was
vorgefallen ist, und arbeiten Sie daran. Versuchen Sie die Übung noch einmal,
falls erforderlich.
C) Stellen Sie Ihren Wecker auf 4 Minuten.
Machen Sie eine Schnelleinleitung und eine Fallübung (dieselbe, die Sie eben
gemacht haben). Heben Sie, nachdem Sie tief gesunken sind, Ihren Kopf und
starren Sie mit geschlossenen Augen in die Dunkelheit. DENKEN SIE DARAN, NUR IN
IHRER VORSTELLUNG ZU STARREN! Lassen Sie sich nicht darauf ein zu versuchen, die
Lichtmuster, die durch Ihre Augenlider dringen, zu analysieren. Alles, was Sie
unter Hypnose sehen, sehen Sie mit denselben geistigen "Augen", mit denen Sie
auch in Ihren Träumen sehen. Der Trick dabei ist, Ihr Unterbewusstsein so zu
trainieren, dass Ihre “Träume“ realer werden. Lassen Sie die Bilder von innen
kommen.
Visualisieren Sie nun einen kleinen
Lichtpunkt in der Ferne. Sobald Sie sicher sind, dass Sie ihn sehen, ziehen Sie
ihn zu sich her. Verwandeln Sie dann das Licht in einen Apfel. Lassen Sie diesen
nur so nahe an Sie herankommen, wie Sie ihn visualisieren können. Manche Leute
werden feststellen, dass Sie den Apfel recht nahe an ihr Gesicht heranholen
können. Das sind diejenigen Personen, die sich normalerweise an ihre Träume
erinnern können und immer erzählen, wie "real" sie sind. Die meisten von uns
werden jedoch ein paar Versuche benötigen, bevor das Bild wirklich klar wird.
Halten Sie weiter Ausschau nach einem winzigen, fast nicht erkennbaren Apfel
weit in der Ferne, während das Licht etwas näher kommt. Seien Sie nicht
ungeduldig. Sobald Sie ihn visualisieren können, haben Sie ihn für Ihr ganzes
Leben gewonnen. Dafür lohnt sich das Warten auf jeden Fall. Wenn Sie bis zum
Klingeln Ihres Weckers nicht viel gesehen haben, ist das auch in Ordnung. Zählen
Sie dann einfach aus. Sie werden bemerken, dass der Apfel mit jedem Versuch
näher kommt. Sobald Sie den Apfeltest einmal gemacht haben, zählen Sie aus und
lassen Sie es für heute gut sein.
10. Muskelkontrolle
Wir sind nun an dem Punkt angelangt, an dem Sie
anfangen, nicht mehr bewusst wahrzunehmen, was um Sie herum geschieht und Ihrem
Unterbewusstsein genügend Spielraum einzuräumen, um zu übernehmen. Sie beginnen
heute damit, die Fähigkeit zu entwickeln, Ihrem Unterbewusstsein die Vornahme
körperlicher Veränderungen aufzutragen. Sie können diese Technik eventuell zur
Kontrolle des Blutkreislaufs und der Behebung von Kopfschmerzen einsetzen, doch
lassen Sie uns erst einmal mit den Grundzügen beginnen.
A) Machen Sie eine Schnelleinleitung mit einem
Falltest. Fahren Sie dann mit der Segelbootübung fort (Sie wissen schon, die
Übung, bei der Sie auf einem Kissen liegen und das Schaukeln des Segelboots
spüren). Führen Sie anschließend eine Rückzählübung durch. Dabei beginnen Sie,
laut von 100 an bis 90 zurückzuzählen, wobei Sie sich mit jeder Zahl tiefer und
tiefer sinken lassen. So ungefähr bei der Zahl 95 sollten Ihre Kiefer so
entspannt sein, dass es beinahe unmöglich für Sie ist, zu sprechen. Lassen Sie
es zu, dass Ihre Sprechweise immer undeutlicher wird, je näher Sie der Zahl 91
kommen und "schlafen" Sie einfach ein, wenn Sie bei 90 angelangt sind. Pause,
sammeln Sie sich, denken Sie an nichts, entspannen Sie sich und zählen Sie dann
aus.
B) Wiederholen Sie Schritt A von oben, doch
diesmal mit dem Unterschied, dass Sie, sobald Sie Ihren tiefsten Punkt erreicht
haben, Ihren Arm direkt vor sich ausstrecken, beinahe so, als versuchten Sie,
die Ihnen gegenüber liegende Wand zu erreichen. Lassen Sie Ihren Arm dabei so
steif wie nur irgend möglich werden, fast so steif wie eine solide Stange
aus Stahl. Konzentrieren Sie sich auf Ihren Arm und auf die Spannung, die sich
in ihm aufbaut. Zählen Sie nun bis drei und versuchen Sie danach, Ihren Arm zu
senken. Sie werden feststellen, dass er nicht nach unten geht. Es ist sogar so,
dass die ganze Energie, die Sie dafür aufbringen, ihn nach unten zu bewegen,
sich in ihr Gegenteil umwandelt und bewirkt, dass sich Ihr Arm nach oben hebt.
Lassen Sie dieses Gefühl rund 5 Sekunden lang auf Sie wirken und brechen Sie
dann ab. Entspannen Sie nun Ihren Arm und lassen Sie ihn einfach nach unten
sinken. Machen Sie sich keine Sorgen, Sie haben die Kontrolle zu keinem
Zeitpunkt verloren. In Ihrem tiefsten Inneren wissen Sie, dass Sie Ihr
Unterbewusstsein jederzeit “überschreiben" und Ihren Arm sinken lassen können,
aber der Punkt bei dieser Übung ist, die Kontrolle Ihres Unterbewusstseins zu
erleben.
Wenn sich Ihr Arm gesenkt hat, ist das auch
in Ordnung. Machen Sie die Übung in diesem Fall noch einmal, wobei Sie diesmal
Ihre Konzentration erhöhen und Ihren Arm noch steifer werden lassen. Versuchen
Sie dabei noch mehr, die gegenüberliegende Wand zu erreichen. ANALYSIEREN SIE
NICHT!!! Erleben Sie es einfach (und denken Sie später darüber nach). Arbeiten
Sie an dieser Übung, bis es funktioniert.
C) Führen Sie, sobald Sie die Übung mit dem
steifen Arm erfolgreich durchgeführt haben, eine Kompletteinleitung (Schritt A
von oben) durch und entspannen Sie sich einen Augenblick lang. Konzentrieren Sie
sich diesmal mit geschlossenen Augen auf den Punkt unmittelbar über der Mitte
Ihrer Augenlider (die Stelle, an der die Hindus das "dritte Auge" platzieren).
Starren Sie auf diesen Punkt. Stellen Sie sich einen Lichtpunkt vor, der aus
diesem Punkt herausstrahlt. Konzentrieren Sie sich intensiv darauf und zählen
Sie dann bis drei. Versuchen Sie anschließend, Ihre Augen zu öffnen. Sie werden
bemerken, dass sie sich nicht öffnen lassen. Haben Sie keine Angst und kämpfen
Sie nicht dagegen an. Lassen Sie es einfach geschehen. Nach ungefähr drei
Sekunden können Sie Ihre Augen entspannen und Ihr Kopf wird frei von Gedanken
(Ihre Augen würden sich nun öffnen lassen, wenn Sie es versuchten. Tun Sie dies
jedoch nicht. Gönnen Sie sich noch einen Moment, um sich auszuruhen und zählen
Sie dann aus). Wir nennen diese Übung den Augentest.
D) Machen Sie noch eine Kompletteinleitung.
Konzentrieren Sie sich diesmal, sobald Sie angekommen sind und sich entspannt
haben, auf Ihre rechte Hand. Stellen Sie sich eine leichte Angelschnur vor, die
um Ihr Handgelenk gewickelt und mit dem bereits bekannten großen, roten
Heißluftballon verbunden ist. Spüren Sie, während Sie sich darauf konzentrieren,
wie sich Ihre Hand langsam vom Schoß hebt bis sie Ihre Schulterhöhe erreicht
hat. Sobald sie dort angelangt ist, halten Sie für einen Moment inne und lassen
Sie sie dann wieder sinken. Entspannen Sie sich und zählen Sie aus. Wenn Sie in
der Lage waren, alle für heute aufgeführten Übungen zu “erleben”, gratuliere ich
Ihnen. Sie machen großartige Fortschritte! Sie haben es geschafft, die Schranke
zu Ihrem Unterbewusstsein zu durchbrechen, etwas, was den meisten von uns sehr
schwer fällt. Falls es nicht geklappt hat, brauchen Sie sich auch nicht schlecht
zu fühlen. Ungefähr die Hälfte meiner Schüler benötigt einen weiteren Anlauf, um
diesen Durchbruch zu schaffen. Versuchen Sie es dann einfach morgen noch einmal,
dann jedoch mit dem Unterschied, dass Sie sich diesmal wirklich konzentrieren
und sich entspannen. Sie sollten dabei eher eine Beobachterrolle einnehmen
anstatt sich aktiv daran zu beteiligen (Lassen Sie Ihr Unterbewusstsein ohne
Anleitung die Kontrolle übernehmen).
Bitte beachten: Jede der nachstehend aufgeführten
Selbsthypnosesitzungen könnte als “Phase“ oder “Stufe“ betrachtet werden, die
Sie durchlaufen müssen. Die meisten von Ihnen werden feststellen, dass Sie
einige der Übungen schneller meistern können, während Sie für andere eine ganze
Woche benötigen. Lassen Sie sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Es hat mit
Ihrer Denkweise zu tun. Wenn Sie eine eher visuell veranlagte Person sind, haben
Sie logischerweise weniger Probleme mit den visuellen Techniken. Wenn Sie eine
Person sind, die für gewöhnlich die Gedanken “hört”, dürften Ihnen die emotional
geprägten Sitzungen, die eher die Sinne ansprechen, leichter fallen. Was für ein
Typ Sie auch immer sein mögen, LASSEN SIE KEINE SITZUNG AUS. Arbeiten Sie an
jeder einzelnen, bis Sie sie gemeistert haben. Sie alle folgen einer natürlichen
mentalen Progression und jede baut auf die geistigen Fähigkeiten auf, die Sie in
den vorangegangenen Sitzungen entwickelt haben. Dies ist der Punkt, an dem Sie
effektiv damit beginnen, an der wahren Selbsthypnose zu arbeiten.
11. Selbsthypnosesitzung 1
Gut, es hat ein bisschen Zeit gekostet, um hierher
zu gelangen, aber wir sind nun endlich angekommen. Wenn Sie in der Lage waren,
den Wörterbuchtest erfolgreich durchzuführen und Sie es inzwischen wesentlich
leichter finden, eine Schnelleinleitung zu machen, dann sind Sie auf dem besten
Wege, etwas von dem "guten Stoff" zu entdecken, den Sie mittels der
Selbsthypnose machen können.
Stellen Sie Ihren Wecker auf 10 Minuten. Dies ist
eine meiner Lieblingsübungen. Ich verwende Sie oft persönlich, wenn ich
Selbsthypnose mache und manchmal sogar in meinen Therapiesitzungen. Wir nennen
sie Ausflug aufs Land und Sie werden bald sehen, weshalb.
A) Machen Sie eine Schnelleinleitung und einen
Falltest, entspannen und sammeln Sie sich. Wenn Sie sich noch nicht richtig mit
Ihrem Körper disassoziiert fühlen, empfehle ich Ihnen, eine progressive
Entspannung zu machen. Bevor Sie weitergehen, ist es wichtig, dass Sie sich
wirklich konzentriert fühlen und Ihren Kopf absolut frei von bewussten Gedanken
haben. Visualisieren Sie sich selbst, sobald Sie diesen Punkt erreicht haben, in
einem dunklen Raum, so ähnlich wie zu Beginn des Apfeltests. Versuchen Sie
diesmal, anstatt sich das Licht vorzustellen, wie es auf Sie zukommt, sich
selbst auf das Licht zu bewegen. Sobald Sie näher kommen bemerken Sie, dass Sie
an der obersten Stufe einer beleuchteten Treppe stehen, die sich am Ende eines
dunklen Korridors befindet. Ob Sie das Bild klar vor sich sehen oder nicht, ist
zu diesem Zeitpunkt nicht so wichtig. Denken Sie daran, Sie sehen alles mit
Ihren geistigen Augen. Alles läuft in Ihrer Vorstellung ab und ist wie ein
Traum. Während Sie die Treppe hinab blicken, erkennen Sie zehn Stufen, die zum
Erdgeschoss hinunter führen – einem Korridor, bei dem es sich eigentlich um
einen kleinen Raum mit einer Tür am gegenüberliegenden Ende handelt.
Konzentrieren Sie sich auf diese Tür. Dabei bemerken Sie, wie einladend, sicher
und anziehend sie aussieht. Gehen Sie nun langsam die Treppe hinunter und zählen
Sie dabei von zehn bis eins. Gehen Sie dabei mit jeder Zahl eine Stufe hinab und
spüren Sie, wie Sie mit jeder Stufe tiefer und tiefer sinken.
Schauen Sie wieder zur Tür, sobald Sie im
Erdgeschoss angekommen sind. Gehen Sie auf die Tür zu und öffnen Sie sie
langsam. Während Sie das Quietschen hören, fühlen Sie den kühlen, frischen
Luftzug, der bis zu Ihnen durchdringt. Er gibt Ihnen beinahe auf magische Weise
Kraft. Gehen Sie nun nach draußen und erlauben Sie es sich, die herrlichste
Landschaft zu erblicken, die Sie jemals gesehen haben: sanfte Hügel mit
leuchtend grünem Gras, die Bäume sind allesamt majestätisch und einladend. Am
tiefblauen Himmel ziehen vereinzelte weiße Wolken vorbei, die einen
wunderschönen Kontrast bilden. Der Wanderpfad vor Ihnen lädt Sie ein,
loszulassen und ein Gefühl zu erleben, das weit über alles hinausgeht, was Sie
bisher kennen gelernt haben. Entspannen Sie sich nun einfach und lassen Sie los.
Spüren Sie beim Einatmen der Luft, wie viel Kraft sie Ihnen tatsächlich
verleiht. Nehmen Sie einen tiefen Atemzug und lassen Sie die Energie in jede
Faser Ihres Körpers strömen. Fühlen Sie, wie diese Luft Ihre Lungen von all den
Staubpartikeln und Giften des Stadtlebens befreit und nährstoffreiches Blut in
Ihr Gehirn pumpt. Sie bemerken, wie sich Ihr Denkvermögen verbessert und Sie
sich immer intensiver konzentrieren können. Beim Ausatmen spüren Sie, wie Sie
sich mehr und mehr entspannen, dabei aber wesentlich konzentrierter sind als
zuvor. Das ist ganz in Ordnung so. Lassen Sie einfach los.
Auf einem Hügel zu Ihrer Rechten befindet sich eine
kleine, sehr heimelig wirkende Hütte, die in Ihrer Lieblingsfarbe gestrichen
ist. Es ist eine sehr friedliche Hütte, die von einem ruhigen, alten Bauer
errichtet worden sein muss. Um sie herum können Sie ein paar träge Kühe
erkennen, die gemächlich im Schatten grasen. Während Sie die Hütte so
betrachten, bemerken Sie die Farbe des Anstrichs und wie gut sie sich in die
Landschaft einfügt.
Nehmen Sie einen weiteren, tiefen Atemzug und
beginnen Sie, in einem bequemen Joggingrhythmus den Pfad entlang zu laufen.
Während Sie joggen, bemerken Sie, dass es an diesem Ort etwas gibt, das Ihnen
viel Energie verliehen hat. Sie fühlen sich, als könnten Sie bis in alle
Ewigkeit so weiterjoggen. Sie stellen fest, dass Sie dabei nicht einmal außer
Atem kommen. Es ist beinahe so, als ob alle physischen und mentalen Probleme,
die Sie zuvor belastet hatten, von Ihnen gewichen wären. Sie sind die Art
Person, die Sie schon immer sein wollten.
Während Sie über einen Hügel joggen, sehen Sie eine
Küste vor sich. Sie scheint sehr friedlich und ruhig zu sein. Eine sanfte Brise
kräuselt das Wasser und erzeugt kleine Wellen. Direkt vor Ihnen befindet sich
ein Pier. Am Ende des Piers erkennen Sie ein kleines, ruhig da liegendes
Segelboot. Während Sie dem Boot entgegen gehen, bemerken Sie ein großes,
flauschiges Kissen in seinem Inneren. Gehen Sie nun an Bord, legen Sie sich auf
dieses Kissen und machen Sie die Segelbootübung. Spüren Sie, wie Sie mit dem
Boot hin und her schaukeln, hin und her, bis Sie ohne jeden Zweifel wissen, dass
Sie sehr, sehr tief schlafen. Während Sie immer tiefer und tiefer sinken,
stellen Sie fest, dass Ihr Körper immer leichter und leichter wird, so leicht,
dass Sie spüren, wie Sie sich langsam und sicher aus dem Boot heraus in die Luft
heben. Sie fühlen, wie Ihr Körper fast wie die Rückseite eines fallenden Blattes
langsam mit der Brise nach oben schwebt, bis Sie sich den Wolken nähern. Sobald
Sie die Höhe der Wolken erreicht haben, fühlen Sie sich unglaublich entspannt
und frei. Weit in der Ferne können Sie eine ganz besondere Wolke erkennen. Es
ist eine Wolke in Ihrer Lieblingsfarbe und irgendwie scheint es, als befände sie
sich über allen anderen Wolken. Während Sie sehen, wie sie sich langsam auf Sie
zu bewegt, fühlen Sie eine seltsame Anziehungskraft, fast so, als könnten Sie es
nicht abwarten, von ihr umhüllt zu werden. Sie ist nun schon so nahe an Sie
herangekommen, dass Sie bemerken, dass Sie keine Kleider anhaben, was vollkommen
in Ordnung ist, weil ja außer Ihnen keiner da ist. Die Wolke ist jetzt bei Ihnen
und legt sich sanft um Sie herum, wobei sie jeden Zentimeter Ihres Körpers mit
ihrer warmen, besänftigenden Umarmung berührt. Beim Einatmen ihres Duftes fühlen
Sie sich voller Energie, viel mehr noch, als vorhin auf dem Pfad. Sie fühlen
sich so stark, beinahe, als ob ein Adrenalinstoß durch Ihren Körper fließen
würde und doch sind Sie dabei völlig gelassen.
Sobald wir in einer normalen Sitzung an diesem Punkt
angelangt sind, gebe ich spezifische therapeutische Suggestionen, mit denen das
jeweilige mentale oder physische Problem behandelt wird. Ich verankere diese
üblicherweise in einer positiven Energie, die meine Patienten aus diesem
"magischen“ Ort beziehen. Doch für heute reicht es, wenn Sie die Erfahrung
genießen. VERSUCHEN SIE NICHT, SICH SELBST ZU THERAPIEREN, NOCH NICHT. Wenn Sie
die Übung nicht richtig machen, können Sie sich dadurch mehr schaden als nützen.
Konzentrieren Sie sich für heute nur darauf, wie stark Sie sich fühlen, wie sehr
Sie alles, was um Sie herum geschieht, unter Kontrolle haben und wie
unbezwinglich Sie sind. Versetzen Sie sich nun vor Ihrem geistigen Auge in Ihr
Wohnzimmer zurück. Während Sie sich setzen sehen, spüren Sie nach wie vor die
Energie in sich, die Sie an Ihrem “magischen Ort” gesammelt haben. Nehmen Sie
nun einen letzten Atemzug und zählen Sie aus.
Bevor wir zum zweiten Teil unserer heutigen Sitzung
kommen, bitte ich Sie aufzustehen, zu strecken und den Blutkreislauf anzuregen.
Wie hat sich diese Übung angefühlt? Sind Sie nun richtig entspannt? Fühlen Sie
die neu gewonnene Energie in sich? Wie ich bereits an früherer Stelle erwähnt
habe, ist der Ausflug aufs Land eine meiner bevorzugten Visualisierungen. Sie
führt Sie nicht nur an einen warmen, angenehmen Ort, er lädt Sie auch dazu ein,
neue Energie zu schöpfen und sowohl physische als auch mentale Veränderungen an
sich vorzunehmen. Zu einem späteren Zeitpunkt werden wir zusammen erstaunliche
Dinge mit dem Ausflug aufs Land machen. Für heute reicht es jedoch, wenn Sie die
Übung als eine angenehme und aufregende Erfahrung in Erinnerung behalten. Wir
beenden unsere heutige Sitzung mit einem einfachen Satz von Schnelleinleitungen.
Leiten Sie sich dabei jedes Mal, während Sie sich konzentrieren (vorausgesetzt,
Sie machen es richtig) dazu an, Ihr Unterbewusstsein immer stärker unter
Kontrolle zu bekommen und ihm immer mehr zu vertrauen. Es ist so ähnlich wie das
"Nutzen der Macht", nicht?
B) Machen Sie in der verbleibenden Zeit so
viele Schnelleinleitungen wie Sie nur können (jedoch nicht mehr als 5). Arbeiten
Sie daran, sich schnell zu disassoziieren, sich intensiv zu konzentrieren und
sich dabei vollkommen zu entspannen. Versuchen Sie diesmal nicht, sich in
irgendwelchen Visualisierungen zu verlieren. Lassen Sie uns einen Schritt nach
dem anderen machen. Stehen Sie auf, sobald Sie fertig sind, strecken Sie sich
und gratulieren Sie sich selbst zu einem gut gemachten Job.
12. Selbsthypnosesitzung 2
A) Beginnen Sie heute damit, den Ausflug aufs
Land zu wiederholen, stellen Sie diesmal jedoch Ihren Wecker auf 8 Minuten.
Versuchen Sie, sich in die Details zu vertiefen. Stellen Sie sich vor, Sie
müssten später ein Bild von dem Ort malen. Studieren Sie die Muster der Blätter,
zählen Sie die Möwen und halten Sie geistig fest, wie oft der Pfad vor Ihnen
eine Kurve macht. Konzentrieren Sie sich darauf, loszulassen, sobald Sie von der
Wolke eingehüllt werden, so als ob sich Ihr Körper in den Armen eines
übernatürlichen Wesens sicher fallen lassen kann.
Die folgenden Tests nach dem Aufwachen sind
der Reihenfolge nach in den Vorübungen zur Selbsthypnose aufgeführt. Unmittelbar
nachdem Sie diese gemacht haben, werde ich Ihnen die Armreiftechnik vorstellen,
mit der Sie eine Anästhesie erleben können. Sie können die gesamte Sitzung von
heute an in einem Stück ohne Pause durchziehen, wenn Sie möchten.
B) Führen Sie, sobald Sie aufwachen,
abwechselnd die Übung mit dem steifen Arm, den Händefalttest, den Augentest und
den Wörterbuchtest durch, jede Übung ein Mal. Wenn Sie an dieser Stelle ein
Problem mit einer oder mehreren dieser Übungen haben, müssen Sie zurückgehen und
mehr an Ihrer Konzentration arbeiten. HÖREN SIE DABEI AUF ZU DENKEN! Wenn Sie an
einer von den oben genannten Übungen arbeiten müssen, tun Sie dies und verwenden
Sie den Rest der heutigen Sitzung darauf, sich zu konzentrieren und zu
entspannen. Falls nicht, können Sie mit C fortfahren.
C) Stellen Sie Ihren Wecker auf 5 Minuten.
Machen Sie eine Schnelleinleitung. Konzentrieren Sie sich auf Ihren linken Arm,
sobald Sie gesammelt und entspannt sind. Suchen Sie sich eine Stelle ungefähr
auf halber Strecke zwischen dem Handgelenk und dem Ellbogen und versuchen Sie,
einen Armreif zu visualisieren. Für den Moment reicht es, wenn Sie einen
durchsichtigen Kunststoffarmreif sehen. Starren Sie nun mit Ihrem geistigen Auge
auf das Armband. Konzentrieren Sie sich dabei auch auf Ihren Arm. Sie haben
jetzt die Fähigkeit, durch die Haut durchzusehen, beinahe so, als würden Sie auf
eine dieser Kunststoffpuppen in Museen blicken, deren Muskeln in Nerven sichtbar
sind. Schauen Sie intensiv auf die diversen Nervenbahnen, die in Ihrem Arm
entlang laufen. Sie bemerken, wie tief rot sie sind. Sie scheinen fast zu
pulsieren, während sie nach wunden Punkten Ausschau halten, auf die sie
aufmerksam machen wollen. Fassen Sie nun mit Ihrer rechten Hand an das Armband
und spüren Sie, wie es langsam anfängt, zu glühen und eventuell sogar eine
leuchtend rote Farbe annimmt. Je mehr das Armband leuchtet, desto tauber werden
die Nervenenden, die unter ihm verlaufen. Sie werden feststellen, dass innerhalb
von rund 30 Sekunden alle Nervenenden unter dem Armreif taub sind, genauso wie
alle Nervenbahnen, die in Ihren Unterarm, Ihr Handgelenk und Ihre Hände führen,
komplett lahm gelegt sind. Sie spüren dabei, wie das ganze Gefühl aus Ihrem
Unterarm entweicht. Versuchen Sie nun, mit Ihrer rechten Hand Ihren linken
Handrücken zu berühren. Sie können den Druck spüren, aber die Hand fühlt sich
taub an. Zwicken Sie sich nun in den Handrücken. Tun Sie dies so fest Sie nur
können. Sie werden nicht viel mehr spüren als ein leichtes Wärmegefühl.
Konzentrieren Sie sich wieder auf das Armband, sobald Sie die Schmerzfreiheit
erlebt haben. Beobachten Sie nun mental, wie es immer mehr verblasst und Ihrem
Unterarm ermöglicht, wieder etwas zu fühlen. Atmen Sie tief durch und zählen Sie
aus.
13. Selbsthypnosesitzung 3
Alle Übungen der heutigen Sitzung (Armreiftechnik,
Händefalttest, Apfeltest und Hypnose mit offenen Augen) sind der Reihenfolge
nach in den Vorübungen zur Selbsthypnose zu finden. Wenn Sie möchten, können Sie
alle hintereinander machen.
A) Beginnen Sie
mit einer Wiederholung der Armreiftechnik. Machen Sie sich nichts daraus, wenn
Sie noch ein leichtes Schmerzgefühl empfinden. Mit jedem Mal wird die Technik
effektiver. Vergewissern Sie sich, dass Sie den Armreif und die Nervenbahnen
sehen können, bevor Sie zum Anästhesieteil übergehen.
B) Machen Sie nun den Händefalt- und den
Apfeltest. Inzwischen sollten Sie in der Lage sein, einen knackigen, roten Apfel
zu visualisieren. Falls nicht, arbeiten Sie noch ein paar Mal daran (nicht mehr
als drei Mal) und verzweifeln Sie nicht. Es kann sein, dass Sie ihn in Ihrem
Geist sehen, ihn aber noch nicht wirklich realisieren (ähnlich wie beim
Wörterbuchtest, erinnern Sie sich? Es hat nicht ausgesehen wie ein schweres
Buch, aber Ihr Unterbewusstsein hat genug gesehen, um Ihren Arm dazu zu zwingen,
nach unten zu sinken).
C) Diese Übung wird sich recht lustig anfühlen.
Sie scheint gegen alle Grundsätze zu verstoßen, über die wir bislang gesprochen
haben, doch nachdem Sie sie gemacht haben, werden Sie verstehen, wie wichtig sie
tatsächlich ist. Beginnen Sie mit einer Schnelleinleitung. Sorgen Sie dafür,
dass Sie völlig konzentriert und entspannt sind, bevor Sie mit dieser Übung
anfangen. Atmen Sie tief ein und genießen Sie den entspannten und
disassoziierten Zustand für eine Weile. Stellen Sie sicher, dass Ihnen keinerlei
Gedanken durch den Kopf gehen.
Öffnen Sie nun langsam Ihre Augen, sobald
Sie sich richtig konzentriert fühlen. Bleiben Sie in diesem tief entspannten
Zustand, während Sie zulassen, dass sich Ihre Augen öffnen. Konzentrieren Sie
sich auf einen Punkt an der gegenüberliegenden Wand und lassen Sie diesen
verschwimmen. FANGEN SIE NICHT AN, ZU DENKEN ODER "HERUMZUSCHAUEN". Sobald Sie
sich konzentrieren, sollten Sie auf weiterhin die Disassoziation spüren und
bemerken, wie gesammelt und entspannt Sie nach wie vor sind. Genießen Sie diese
Erfahrung ein paar Augenblicke lang. Sobald Sie ein gutes Gespür dafür bekommen
haben, mit offenen Augen hypnotisiert zu sein, können Sie Ihre Augen langsam
schließen und auszählen.
Es liegt auf der Hand, dass die Fähigkeit,
sich selbst mit offenen Augen zu hypnotisieren, eine ganze Palette an
Möglichkeiten eröffnet. Sie macht es Ihnen leichter, sich zu konzentrieren,
hilft Ihnen dabei, Projekte klarer durchzudenken, kurzum, sie bringt die Stärken
der Hypnose in Ihr tägliches Leben. Ich verwende diese Technik immer dann, wenn
es etwas sehr Interessantes gibt, das ich im Detail aufnehmen möchte (Lektüre,
Reden, usw.). Diese Fähigkeit ist ein sehr mächtiges Hilfsmittel, Sie müssen
jedoch sehr vorsichtig damit umgehen. Denken Sie daran, dass Sie Fakten
wesentlich ungeprüfter akzeptieren, während Sie sich in einem hypnotischen
Zustand befinden. Sie haben nicht die Zeit dazu, über sie nachzudenken. Es ist
eben diese Wachhypnose, die den Pöbel dazu veranlasst, Dinge zu tun, ohne
nachzudenken. Viele religiöse Gruppen arbeiten damit, um ihre Anhänger davon
abzuhalten, die Logik ihrer Lehren zu hinterfragen.
14. Selbsthypnosesitzung 4
Beginnen Sie die heutige Sitzung damit, dafür zu
sorgen, dass der Raum angenehm ist, es keine Ablenkungen von außen gibt, die
richtige Temperatur eingestellt ist und Sie aller Gefühle oder geistigen
Vorgänge bewusst sind, die Sie von einer sehr erfolgreichen Sitzung abhalten
könnten. Heute werden Sie eine weitere Hürde überschreiten und damit beginnen,
die Kontrolle über Ihr Unterbewusstsein zu übernehmen. Stellen Sie Ihren Wecker
auf 8 Minuten. Machen Sie eine Schnelleinleitung und entspannen Sie sich.
Stellen Sie sicher, dass Sie an nichts denken und völlig klar sind. Stellen Sie
sich vor, sobald Sie spüren, dass Sie tiefer und tiefer sinken, dass Sie in der
Natur (nicht am Ort Ihrer Ausflug-aufs-Land-Übung) spazieren gehen. Während Sie
Ihren Weg entlang gehen, bemerken Sie, dass Sie nur ein Minimum an Kleidung
tragen (Pullunder, Shorts, Badeanzug, usw.). Plötzlich fällt Ihnen auf, dass ein
paar kaum wahrnehmbare Schneeflocken vom Himmel fallen. Zuerst sind Sie
fasziniert von ihnen, dann jedoch, als sie immer weiter fallen, werden Sie sich
einer sehr kalten, arktischen Brise bewusst, die die Flocken durcheinander zu
wirbeln beginnt. Sie stellen fest, dass die Schneeflocken immer dichter und
dichter fallen. Inzwischen ist schon alles um Sie herum schneebedeckt und Sie
stecken knietief im Schnee. Es ist der kälteste Tag in Ihrem Leben. Spüren Sie
den Kälteschauer, der über Ihren Rücken läuft und wie Sie beginnen zu frösteln,
je kälter es wird. Es ist in Ordnung, wenn Sie versuchen, sich zusammenzukauern,
denn es wird immer kälter. Spüren Sie, wie der Frost an Ihren Wangen nagt.
Sobald es Ihnen fast unerträglich kalt geworden ist, schauen Sie plötzlich nach
oben und bemerken, dass die Sonne heraus kommt. Der Schnee verschwindet fast auf
magische Weise. Alles wird wieder normal. Atmen Sie nun tief ein und spüren Sie,
wie angenehm alles ist. Danach werden Sie sich fast unmittelbar bewusst, wie
sehr sich die Luft aufheizt. Die Sonne knallt herunter und die Bäume
verschwinden. Es ist beinahe so, als wären Sie auf einmal inmitten der Sahara.
Und um es noch schlimmer zu machen, bemerken Sie, dass Sie direkt vor dem
größten Feuer sitzen, das Sie jemals gesehen haben. Es ist der heißeste Tag
Ihres Lebens. Sie können spüren, wie Ihnen der Schweiß über Ihre Stirn läuft.
Ihre Kleider fühlen sich an, als würden Sie an Ihrem Körper kleben. Zu der
ganzen Misere kommt noch, dass es urplötzlich sehr, sehr schwül wird.
Konzentrieren Sie sich und spüren Sie die Hitze. Atmen Sie dann langsam und tief
ein und zählen Sie aus.
Was ist passiert? Haben Sie die
Temperaturunterschiede gespürt? Wenn ja, großartig. Sie machen sehr gute
Fortschritte. Wenn nicht, machen Sie die Übung noch einmal. Konzentrieren Sie
sich dabei mehr auf die Bilder und analysieren Sie den Prozess nicht so sehr.
Stellen Sie Ihren Wecker auf 5 Minuten. Versuchen Sie, die Übung von oben zu
wiederholen, nur diesmal mit dem Unterschied, dass Sie, sobald Sie davon
überzeugt sind, dass es Ihnen sehr kalt ist, die Augen öffnen. Fühlen Sie die
Kälte nach wie vor und versuchen Sie dabei, die Wirklichkeit auf Sie einwirken
zu lassen. Spüren Sie, wie es auf Ihrer Haut prickelt, fühlen Sie den
Kälteschauer. Schließen Sie dann Ihre Augen und arbeiten Sie daran, sich immer
wärmer zu fühlen, bis Sie innerlich kochen. Öffnen Sie nun wieder Ihre Augen und
konzentrieren Sie sich auf Ihre Unterarme. Fühlen Sie, wie warm sie sind. Tun
Sie dasselbe mit Ihren Beinen. Es ist beinahe so, als ob Sie einen Sonnenbrand
gehabt hätten. Schließen Sie Ihre Augen, entspannen Sie sich und zählen Sie aus.
Es kann Sie mehrere Sitzungen kosten, um tatsächlich das Gefühl dafür zu
bekommen, aber sobald Sie es geschafft haben, beherrschen Sie eine sehr
praktische Fähigkeit, die Sie in Ihrem täglichen Leben einsetzen können. Ich
halte normalerweise inne, wenn es mir kalt (oder heiß) ist, um meine
Körpertemperatur durch die Visualisierung dieser Anker zu regulieren (Es dauert
insgesamt ca. 10 Sekunden, was Ihnen in kurzer Zeit ebenfalls gelingen dürfte).
15. Selbsthypnosesitzung 5
Heute kommen wir zu der Sitzung, auf die manche
schon lange gewartet haben. Sie macht eine Menge Spaß und kann sehr
nützlich sein. Heute gehen wir in der Zeit zurück.
Stellen Sie Ihren Wecker auf 10 Minuten. Machen Sie
eine Schnelleinleitung und eine vollständige progressive Entspannung. Stellen
Sie sich, sobald Sie sich sicher sind, dass Sie sehr konzentriert und entspannt
sind, die Szene vor, wie Sie heute Morgen aufgewacht sind. Sie öffnen Ihre
Augen, während Sie noch in Ihrem Bett liegen. Was sehen Sie? Schauen Sie sich im
Raum um und konzentrieren Sie sich dabei auf die Details. Was liegt auf dem
Boden? Wie weit steht Ihre Schlafzimmertür offen? Genießen Sie den Augenblick,
bis Sie sich sicher sind, dass Sie wirklich dort sind und lassen Sie
anschließend alles um Sie herum dunkel werden. Machen Sie nun eine Fallübung.
Versetzen Sie sich, sobald Sie sich stabilisiert haben, in ein Ereignis zurück,
das Sie ungefähr vor einer Woche erlebt haben. Was sehen Sie? Wer befindet sich
außer Ihnen noch dort? Was geschieht? Lassen Sie das Gesehene auf sich wirken.
Erleben Sie alles noch einmal, jedes Detail davon. Zuerst mag es sich anfühlen,
als ob Sie sich nur an das Geschehene zu erinnern versuchen, doch je mehr Sie
sich in den Moment hineinversetzen, werden Sie bald Dinge sehen (oder sich
vorstellen, sofern Sie ein Problem damit haben, visuell zu denken), die Sie
vollkommen vergessen haben. Es ist so ähnlich, wie wenn man versucht, jemandem
die Einzelheiten eines Traums zu erzählen. Wenn Sie einen Anker finden können,
scheinen sich die Details einzustellen, als würden Sie alles erneut erleben.
Nachdem Sie zwei Kurzzeitregressionen erlebt haben,
können Sie versuchen, in eine Zeit zurückzugehen (nach einer Fallübung und
erneuten Konzentration), die etwas weiter zurückliegt, vielleicht zu Ihrem
Abschlussball oder Ihrer Schulabschlussfeier. Suchen Sie sich an dieser Stelle
einen Zeitpunkt aus, mit dem Sie noch vage vertraut sind (Später können Sie sich
auf Zeiten konzentrieren, an die Sie sich nicht mehr bewusst zurückerinnern
können, und es wird ebenfalls funktionieren. Man kann sich normalerweise daran
erinnern, was um einen herum vorgeht, während man schläft oder narkotisiert im
Krankenhaus liegt. Ich habe Leute sogar schon an den Tag ihrer Geburt
zurückgeführt und die Mütter dieser Personen die Details des Ereignisses
bestätigen lassen). Suchen Sie nach Details, sobald Sie sich auf einen Punkt in
Ihrer Vergangenheit konzentriert haben. Was hatte die Frau für Kleider an?
Welche Farbe hat der Teppich? Auf je mehr Einzelheiten Sie sich konzentrieren
können, desto besser. Hierbei müssen Sie jedoch eines beachten. Versuchen Sie
nicht zu analysieren, ob das, woran Sie sich erinnern, wahr ist oder nicht.
Lassen Sie es einfach geschehen. Erinnern Sie sich einfach an die Dinge, als ob
sie sie noch einmal erleben würden. Wenn Sie diese Übung richtig machen, gibt
Ihr Unterbewusstsein die Details frei, wie Sie sie gerade benötigen. Es fühlt
sich sehr nach einer Vorstellung an, aber viele Verbrechen konnten durch
"vorgestellte" Details aufgeklärt werden.
Ich habe an einer früheren Stelle erwähnt, dass die
Regression zu den Bereichen der Hypnose gehört, die Gefahren mit sich bringen.
Zum Glück sind die Anzeichen potenzieller Gefahren sehr leicht auszumachen. Wenn
Sie sich auf unerklärliche Weise in Bezug auf eine Handlung oder ein Ereignis,
an das Sie sich wieder erinnern, fürchten oder sich Sorgen machen, gehen Sie
einfach weiter zurück in der Zeit oder wecken Sie sich auf. Versteifen Sie Ihre
Gedanken jedoch nicht darauf. Wenn Sie sich zu intensiv mit dem Vorfall
beschäftigen, werden Sie niemals in der Lage sein, sich selbst zu hypnotisieren.
Haken Sie ihn einfach ab, um alle möglichen Probleme zu vermeiden und fahren Sie
mit Ihrer Sitzung fort. Später können Sie, wenn Sie wollen, Erkundigungen zu
dieser Zeit einziehen und herauszufinden versuchen, ob damals etwas Besorgnis
erregendes vorgefallen ist (Rufen Sie Ihre Eltern oder älteren Geschwister an).
Spielen Sie ein wenig mit dieser Regressionstechnik. Vielleicht sind Sie in der
Lage, ein Datum auszuwählen und sich an den jeweiligen Tag zurückzuversetzen
(eignet sich hervorragend, um verlorene Schlüssel wieder zu finden oder sich an
das zu erinnern, was man jemandem versprochen hat). Diese Technik hilft Ihnen
sehr dabei, ein realistisches Bild Ihrer Kindheit zu bekommen, sofern Sie
traumatische Erlebnisse vermeiden. Wenn Sie sich an eine unangenehme Situation
erinnern, die Sie verarbeiten möchten, versuchen Sie, tief einzuatmen und die
ganze Situation einzufrieren. Halten Sie ein wenig inne, um die Kontrolle über
Ihre Nerven zu bekommen und spüren Sie anschließend, wie Sie aus Ihrem Körper
austreten (eine Art dieser "Out of Body“-Erlebnisse, über die wir alle schon
einmal gehört haben). Schauen Sie nun ohne jegliche Emotionen auf die Situation
hinunter und sehen Sie, wie jemand anderer sie erlebt. Das Leben ist um so viel
einfacher, wenn wir es vom Balkon aus betrachten. Wenn Ihnen der Umgang mit
dieser Situation dann immer noch schwer fällt, brechen Sie ab und wecken Sie
sich auf. Versuchen Sie es an einem anderen Tag noch einmal und Sie werden
sehen, dass es mit jeder Ihrer Bemühungen einfacher wird, da Sie mit jedem Mal
unempfindlicher gegenüber den jeweiligen Ereignissen werden. Wahrscheinlich
haben viele von Ihnen das Programm mit einem ganz bestimmten Ziel begonnen - zu
versuchen, vergangene Leben zu ergründen. Hierbei handelt es sich um ein
sehr populäres Gebiet der Hypnose und ich muss zugeben, dass ich im Laufe der
Jahre durchaus ein wenig Geld damit verdient habe, indem ich anderen Leuten
dabei geholfen habe, ihre früheren Leben zu erforschen. Das mit diesem Verfahren
verbundene Problem und der Grund, weshalb ich keine Reinkarnationstherapie mehr
durchführe liegt darin, dass die Hypnose ein derart suggestibles Medium ist,
dass es schwer ist, die Realität von der Phantasie zu unterscheiden.
Dazu kommt ein Phänomen hinzu, an das ich sehr stark
glaube (und es nicht besser beweisen kann als die Studenten an der Duke
University): Gedankenlesen (ESP). Ich glaube daran, dass wir die Gedanken und
unter bestimmten Umständen die Emotionen und Gefühle unserer Mitmenschen erahnen
können. Das passiert mir sehr oft während meiner Therapiesitzungen. Ich
beschäftige mich so sehr damit, was im Kopf meiner Patienten vorgeht und
versetze mich so sehr in deren Lage, dass ich ihnen später oft sagen kann, an
was sie gedacht haben. Vielleicht nicht die Details, aber normalerweise kann ich
ihnen beispielsweise sagen, dass sie eine Küste gesehen oder an eine bestimmte
Person gedacht haben, die sie nicht mögen. Einiges davon mag Körpersprache sein,
aber in meinen Seminaren habe ich oft mehr als 200 Teilnehmer in einem Raum, die
alle ein eigenes Verhaltensmuster haben. Trägt man diesen nun auf zu versuchen,
die Gefühle einer anderen Person nachzuempfinden und deren Verhaltensweise zu
spiegeln, ist es unheimlich, wie viele von ihnen mir eine Menge darüber sagen
können, an was ihr Partner gedacht hat.
Nun, wenn ESP existiert, warum können wir dann nicht
auch Bilder und Gefühle von Menschen aufnehmen, die bestimmte verstorbene
Personen gekannt haben? Oder warum kann ich nicht Ihr “Wissen” über Atlantis
(auf Grund meines großen Interesses) anzapfen und Details von mir geben, die nur
Sie gekannt haben (und die ich unmöglich wissen kann)? Doch um es kurz zu
machen, um eine Regression in frühere Leben durchzuführen, müssen Sie sich zum
Zeitpunkt Ihrer Geburt zurückversetzen und sich dann sehen, wie Sie zum “Anfang“
zurückfallen. Lassen Sie alles dunkel werden, wie bei einer Fallübung und
vielleicht spüren Sie dann, dass Sie an einem Ort "angekommen" sind, der
üblicherweise eine Todesszene beinhaltet. Sie können nun weiter zurückgehen und
versuchen, Dinge über das Leben dieser “anderen” Person in Erfahrung zu bringen,
wie beispielsweise deren Namen, Geburtstag, den Namen von dessen Ehepartner, den
Straßennamen, usw.
Ein paar Worte zum Schluss
Noch einmal zur Erinnerung:
Wir verwenden das Instrument der Selbsthypnose als magisches
Hilfsmittel um aus dem Zustand tiefster Versenkung heraus
handlungsfähig zu bleiben. Dies ist nur möglich, wenn wir
vor dem "Hinabgleiten" auf Befehlszetteln Anweisungen
notieren und uns vor Beginn der Hypnose den Befehl erteilen,
den Befehlszettel in die Hand zu nehmen und den Anweisungen
Folge zu leisten.
Beispiel: "Ich werde, sobald
ich mich im tiefsten autohypnotischen Stadium befinde, den
neben mir bereitgelegten Zettel ergreifen, die darauf
notierten Befehle aufnehmen und Wort für Wort genau
ausführen."
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