Was wir unter Hellsehen
nicht verstehen, was man als Magier auch nicht tun sollte.
Nahezu alle geistigen Fähigkeiten - und Hellsehen gehört dazu -
dürfen nicht für materielle Zwecke missbraucht werden. Abzuwägen
ist der angemessene Einsatz magischer Kräfte für Situationen, in
denen es um die Gesundheit anderer oder gar um den Erhalt von
Leben geht. Vor dem Einsatz ist in jedem Einzelfalle das
karmische Gesetz zu beachten, die Eigenverantwortung jedes
Menschen für sein Tun hat Vorrang und kann ihm nicht abgenommen
werden.
Mit Hellsehen meinen wir nicht: Erkennen von Lottozahlen,
finanzielle Gewinnchancen in jedweder Form, Zukunftsschau zum
Zwecke einer bequemen und konfliktfreien Lebensgestaltung.
Derlei zwielichtige Angebote gibt es mittlerweile im Internet
zuhauf. Es steht jedem frei, dafür Geld auszugeben. Aufrichtige
"Wahrsager" sind ein Widerspruch, den hellsichtig begabte
Menschen hüten sich davor, über ihre Fähigkeit zu sprechen.
Das Schweigen um die Wahrheit ist eines der elementarsten
Gesetze der Magie.
Was wir unter magischem
Hellsehen verstehen.
Selbstverständliche Voraussetzungen für jedes magische Werk sind
eine hohe Moral, gute Gesundheit, absoluter Wille, starke
Odkräfte und durch lange Übung "tiefgegrabene Kanäle" für den
freien Fluss der Energien zu den höheren Körpern und zurück.
Nicht die Sicht des Kommenden, also der Zukunft, ist unsere
hellseherische Aufgabe, sondern das Erkennen und Verstehen der
Welt, der Zusammenhänge alles Seienden und letztendlich - in der
Tat - das Begreifen unserer Zukunft in Sinne einer Rückkehr in
die Heimat, im Sinne der Erfüllung unserer Bestimmung.
Hellseherische Übungen haben ihren Sinn darin, den trügerischen
Grund, den illusorischen Charakter der materiellen Existenz zu
vermitteln, Offenbarungen aus höheren Welten zu empfangen. Je
höher die Ebene ist, in die der Hellsichtige Einblick erhält,
umso "wirklicher" ist sie im geistigen Sinne, umso wahrhaftiger
sind die Offenbarungen.
Hellsehen ist als ein den Geist unterstützendes Mittel zu sehen
in der Absicht, die "Verlorenheit in die Materie" (Tarotkarte
"Der Teufel") aufzuheben und rückgängig zu machen.
Und deshalb:
Üben wir ohne
Unterlass, ununterbrochen, keinen Tag auslassend! Üben wir zur
stets selben Stunde, denn der gesamte Organismus stellt sich auf
die Abläufe ein.
Vermeiden wir unter allen Umständen Übertreibungen und
Verkrampfungen.
Arbeiten wir unermüdlich an unserer moralisch-ethischen
Integrität. Betrachten wir unseren Körper als Werkzeug, als
Instrument, als vergehendes - aber gegenwärtig notwendiges -
Mittel zur Bewältigung unserer jetzigen Existenz und nicht als
Produktionsstätte stets neuer Bedürfnisse, die es permanent zu
befriedigen gilt.
Bevor wir
beginnen: Die Bereitung der Hilfsmittel
1.
Konzentrationshilfen
Als Konzentrationshilfe kann alles verwendet werden, was
glatt ist oder eine glänzende Oberfläche hat:
- bei Beleuchtung ein schwarzes Woll- oder Seidentuch
- im Dunkel auch ein weißes Tuch oder weißes Papier
- die Fläche eines Wasserspiegels in einer Schüssel
- metallische Oberflächen
- die völlige Dunkelheit selber
- ein gewöhnlicher oder magischer Spiegel
- Kristallkugel
Alle Konzentrationshilfen sollten durchprobiert werden.
Im Allgemeinen gilt jedoch: Je unabhängiger der Studierende
von äußeren Hilfsmitteln wird, um so mehr kann er sich auf
die inneren Fähigkeiten konzentrieren, die allein jederzeit
und unter allen Umständen die Anwendung magischer Kraft in
kürzester Frist gestatten.
2. Unterstützende Hilfsmittel
Wer bei völliger Dunkelheit am besten arbeitet, sorge dafür,
dass die Verdunkelung auch vollständig ist. Wer bei
schwacher Beleuchtung experimentiert, sorge für eine
violette Umhüllung der Lichtquelle.
Für die Vorübungen brauchen wir nachstehende Hilfsmittel,
die über den Fachhandel ("Ritualbedarf")bezogen werden oder
leicht selbst hergestellt werden können:
Augentafeln für die Vorübungen (Vorlage
zum Nachbauen):
- weißer Stern (Pentagramm
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auf lila Grund (Pappkarton 12 x 20 cm; Größe des Sterns 6
cm)
- Sonnensymbol in rot oder orange auf weißem Grund
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Auf weißes Papier oder Karton klebt man den ausgeschnittenen
roten Sonnenkreis und den roten Punkt (Durchmesser des Punktes 2 cm).
Anmerkung: Nur im MS Internet Explorer werden die
Symbole für Pentagramm und Sonne richtig dargestellt.
- drei Kreise (grün, rot und blau; d = 1,5 cm cm) auf weißem
Grund (dreiecksförmig angeordnet)
- Dreieck im Kreis (weiß, d = 10 cm) auf rotem Grund auf
Karton kleben (12 x 20 cm)
Dreiecke, Kreise usw. haben einen Durchmesser von 10 cm,
Stärke der Linien 1,5 cm.
Magische Spiegel müssen vor Gebrauch entodet werden: in
Wasser legen (möglichst Quell- oder frisches, klares
Bachwasser), bei klarem Himmel und Vollmond eine Nacht in
die frische Luft hängen. In einem schwarzen Tuch
eingewickelt wird er aufbewahrt.
Der Einsatz von Räuchermitteln und Narkotika wird in der
esoterischen Literatur sowohl empfohlen als auch verteufelt.
Hier mag sich jeder sein eigenes Bild machen. Auch wir haben
unsere wohlbegründete Haltung diesen Hilfsmitteln gegenüber.
Nach und nach wird jeder Strebende darauf verzichten können.
Die rascher einsetzende Wirkung bestimmter Phänomene durch
Verwendung von Räuchermitteln wird nicht bezweifelt. Man
achte darauf, sich zur rechten Zeit wieder von ihnen zu
lösen, sich von ihnen unabhängig zu machen.
Vorbereitung
Hellsehübungen werden am besten abends betrieben, entweder
bei völliger Dunkelheit oder bei "magischer Beleuchtung"
(violette Umhüllung).
Wir sitzen aufrecht vor einem Tisch, Kopf Nacken und
Wirbelsäule bilden eine gerade Linie.
Das Licht fällt - es ist hinter unserem Rücken angebracht
(Leselampe) - so auf den Tisch, dass es den
Konzentrationsgegenstand (Kristall) beleuchtet. Störende
Reflexe sollten ausgeschaltet werden.
Die letzte Mahlzeit sollte 2 - 3 Stunden zurück liegen. Kein
Völlegefühl und keine sonstigen Beschwerden sollten das
körperliche Wohlbefinden beeinträchtigen.
Nach der vorbereitenden
Atemübung (Kapital "Ritus
und Zeremoniell") nehmen wir die Imprägnierung aller
Hilfsmittel - besonders der Konzentrationshilfe - nach
folgendem Ritus vor:
1. Wir halten beide Hände ca. 10
cm über eine Schüssel mit frischem Wasser. Gemäß unserer
Vorstellung und Überzeugung strömt Od in die Schüssel und
wieder in die Hände zurück.
2. Nun übergeben wir das Od aus
unseren Händen an die Hilfsmittel. Die Od-Konzentration
äußert sich in den Händen durch verstärkte Wärme, die
abgegeben wird.
3. Während dieser odischen
Imprägnierung sprechen, flüstern oder denken wir sinngemäß:
"Das Od als Mittler zwischen
Diesseits und Jenseits strömt nun auf dich über und
macht dich zu meinem Helfer in meinem Bemühen, Einblick
in höhere Welten zu erhalten.
Führe meine Übungen zum Erfolg, dass ich meine
Fähigkeiten jederzeit und überall zum Heil aller Wesen
einsetzen kann."
4. Nach der dritten
Wiederholung, unter intensiver Vorstellung des
überströmenden Ods und der sich zum Krafteinsatz
ausrichtenden Strahlungen in uns und in den Hilfsmitteln ist
die Präparation beendet.
Schutzmaßnahmen (Schutzhülle,
entodetes Gewand, entodeter Raum, Ausschaltung von
Störungsquellen) sowie äußerliche und innere Reinheit werden als
selbstverständliche Bedingungen vorausgesetzt. Gesellige
Ablenkungen oder gar sinnliche Ausschweifungen vor einer Übung
lassen diese vonvorneherein scheitern. Im Gegensatz dazu würden
entspannte Meditation und Gänge in die Einsamkeit dem
Übungserfolg förderlich sein.
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Der ernsthaft Strebende
wird in jedem Falle am Erwerb der Original-Literatur
interessiert sein: |
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"Bücher der praktischen Magie"
H. E. Douval
(Schikowski-Verlag,
Berlin) |
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