Der magische "absolute Wille"
ist nicht vergleichbar mit der üblichen Willenskraft. Diese
kann unter Umständen sogar zur Verkrampfung führen und das
ins Auge gefasste magische Ziel entschwindet. Unabdingbar
zur Stärkung des absoluten Willens sind: Lösung der
Verkrampfung, völlige Entspannung, zwanglose (fast
spielerische) Betrachtung der Zielsetzung,
lebendig-plastische Vorstellung des zu Erreichenden im
Zustande sonstiger Passivität und unumstößlichen Gleichmuts.
Zur Entwicklung und Stärkung des
absoluten Willens wurden im Kapital
"Ritus und Zeremoniell"
Übungen genannt: magische Atmung, Umschaltung der
Sexualkraft, Verharren auf Bewusstseinsstufen (Stufe
I: entspanntes
Normalbewusstsein,
Stufe II:
Entspannung und Schweregefühl bis zum
Nichtfühlen des Körpers,
Stufe III:
Konzentration in der Versenkung auf Worte - Mantrams,
Stufe IV:
Imagination von Worten in der Versenkung)
Gelingt die Versenkung in einen
der oben genannten Bewusstseinszustände (Stufe 2 und höher),
darf an weiterführende Übungen gedacht werden:
Übung I:
In der Versenkung (Tiefentspannung, Verlust des
Körpergefühls) konzentriert sich der Übende auf das
Einströmen einer aus dem Universum kommenden Kraft, die mit
dem absoluten Willen identisch ist und diesen in seinem
Organismus wesentlich verstärkt. Entscheidend ist der
Eindruck, die "Zentralkraft" im eigenen Körper vereinigt
sich mit der einströmenden kosmischen Kraft und durchströmt
den ganzen Organismus, angefangen vom kleinen Finger bis zur
großen Zehe.
Übungszeit am besten täglich morgens 10 bis 15 Minuten.
Übung II:
Der kosmische Kraftstrom wird von den Fußsohlen aufgenommen,
durch den ganzen Körper geleitet (abwechselnd durch das
Rückgrat und die Vorderseite des Rumpfes) und strömt durch
das Hirn aus. Die kosmische Kraft bleibt in der Vorstellung
im Hirn zurück, der den Körper verlassende Strom nimmt alle
schädlichen, störenden, negativen Gedanken, Vorstellungen,
Empfindungen mit sich und schwemmt sie aus. Der einfließende
Strom wird bald wahrgenommen als heiße, glühende Kraft, die
im Kopf jedoch erfrischend wirkt. Diese Kraft wächst nach
und nach zu einem stets verfügbaren Machtmittel.
Übung III:
Nach der Morgengymnastik - bei offenem Fenster oder im
Freien - und abends vor der Nachtruhe wird bei jedem Atemzug
die lebendig-plastische Vorstellung eingeatmet: Ich atme
kosmische Kraft, sie durchströmt mich, verbindet sich mit
dem absoluten Willen in mir, verstärkt sich, erfüllt alle
meine Körper und entwickelt sie. Ich atme Kraft und Wille
des Universums.
Der im Menschen wachsende
kosmisch-universelle Strom fördert die Entwicklung der
"höheren Körper" und ist die Vorbedingung zur
"Gleichschaltung" in die entsprechenden magischen Bereiche.
Durch diese Übungen individualisiert sich der absolute
kosmische Wille und erhält ein Selbstbewusstsein.
Ohne die Entwicklung des kosmischen Willens ist kein Zustand
erreichbar, der höhere - und vor allem ethisch legitime -
magische Zielsetzungen ermöglicht.